Kampf gegen Schädlinge

Miniermotte befällt Rosskastanien in der Region

Miniermottenbefall

Die Kastanie ist noch gar nicht fertig gewachsen, da sind die Blätter schon braun und löchrig: Die Miniermotte vernichtet das Kastanienlaub regelrecht. Foto: Daniel Karmann

Siegburg. Sie ist nur knapp acht Millimeter breit und richtet doch großen Schaden an: Die Miniermotte. In letzter Zeit soll sie sich sehr stark verbreitet haben. Der Kampf gegen sie gestaltet sich schwierig.

Am Siegburger Michaelsberg sieht man ihr Werk. Die Blätter an den Rosskastanien, die noch am Baum hängen, haben braune und gelbe Flecken. Das ist nicht dem Herbst geschuldet, sondern der Arbeit der Miniermotte. Die Larve der Miniermotte frisst sich, wie ein Minenarbeiter, Gänge zwischen die obere und untere Blatthaut. An diesen Gängen vergilbt das Blatt. 

Der Baum wirft befallene Blätter zum eigenen Schutz ab, sodass schon im Sommer manche Bäume ihr Blätterkleid, wie im Herbst, verlieren. In Siegburg sei der Befall der Miniermotte schon seit rund fünf Jahren bekannt, sagt Ralf Beyer, Leiter des Grünflächenamts in Siegburg. "In letzter Zeit hat sie sich jedoch extrem verbreitet. Inzwischen ist die Motte schon flächendeckend in der Region und in Bonn unterwegs."

Der Baum nehme an der Motte jedoch nicht direkten Schaden, so Beyer. "Die Kastanien sterben jetzt nicht innerhalb von ein paar Jahren ab." Der Befall der Miniermotte bewirke jedoch, dass das Immunsystem der Bäume geschwächt sei und sie dadurch anfälliger wäre für andere Krankheiten, erklärt Ralf Beyer. 

Der Kampf gegen die Motte gestaltet sich jedoch schwierig. Das Aufsammeln des befallenen Laubs sei eine Sisyphusaufgabe und wirke nicht genug, so Beyer. Der Einsatz von chemischen Mitteln ist wegen gesundheitlichen Risiken für Anwohner oder Spaziergänger auch keine Alternative.