Möglichkeiten und Gefahren des Internets

Lehrer in Siegburg wurden geschult

Thorsten Müller (r.) referiert zum Thema „ Extrem im Netz“ im Siegburger Gymnasium Alleestraße. FOTO: ARNDT

Thorsten Müller (r.) referiert zum Thema „ Extrem im Netz“ im Siegburger Gymnasium Alleestraße. FOTO: ARNDT

Siegburg. Cybermobbing, Extremismus im Netz, Social Hacking sowie digitales Lehren und Lernen waren die Themen im Gymnasiums Siegburg Alleestraße. Das Projekt „Smart Camp“ schulte 100 Lehrer zu digitalen Kompetenzen.

Über die Möglichkeiten, aber auch die Gefahren des Internets informierten sich 100 Lehrer des Gymnasiums Siegburg Alleestraße (GSA) am Montag bei dem Bildungsformat „Lehrer Smart Camp“, ein Projekt des Start-up-Unternehmens BG3000 und der Konrad-Adenauer-Stiftung. Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das „Smart Camp“.

Neu bei dem Angebot ist, dass es sich um eine Schulung für Lehrer handelt. Nach 50 bundesweit durchgeführten „Smart Camps“ an weiterführenden Schulen klärt das „Lehrer Smart Camp“ nun die Lehrer auf. Die wurden in Siegburg in interaktiven Workshops zu digitalen Kompetenzen geschult.

Mobbing ist ein großes Problem an Schulen

Cybermobbing, Extremismus im Netz, Social Hacking sowie digitales Lehren und Lernen waren die Themen. „Extremisten nutzen das Internet zum Teil auch, um Jugendliche zu rekrutieren“, sagte Ann-Cathrine Böwing, Projektkoordinatorin des Smart Camps von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Schüler sind häufig noch arglos und Manipulationen ausgeliefert. Sie müssen nicht zuletzt durch die Lehrer sensibilisiert werden. Das Lehrercamp soll ihnen für diese wichtige Aufgabe das Rüstzeug geben.

Auch das Thema Mobbing ist ein Problem an Schulen: „Wir haben davon in Whatsapp-Gruppen mitbekommen, in denen Jugendliche andere Schüler beleidigten“, sagte Evelyn Pfalz, kommissarische stellvertretende Schulleiterin des GSA. Wie hilfreich neue Medien sein können, erklärte Bertram Lettow im Workshop „Digitales Lehren und Lernen – Neue Medien im Unterricht“. Mit Tablets demonstrierte er, wie Lehrer Arbeitsblätter hoch- und runterladen sowie korrigieren können. „Dabei stellt sich schnell heraus, welcher Schüler noch Probleme hat“, so Lettow. „Stärkere und schwächere Schüler bleiben somit nicht auf der Strecke, denn das System ermöglicht es, auf alle zu achten.“

Welche Gefahren das Internet birgt, darüber referierte Thorsten Müller in seinem Workshop „Extrem im Netz – Gefahren erkennen und abwehren“. Dazu zeigte er Zitate des Politikers Björn Höcke aus dem Jahr 2015. „Die Aussagen sind strafrechtlich nicht anzugreifen. Sie provozieren, rufen jedoch nicht zur Gewalt auf“, sagte er. „Höcke spielt mit den Ängsten und verstärkt diese sogar noch.“

Matthias Bremmekamp von der BG3000 ist sich sicher: „Das Camp bieten wir noch mal an.“