Sohn kam an Weihnachten zur Welt

Landtagsabgeordnete Gebauer beendet Babypause

Auf dem Siegburger Markt: Die Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer bringt Familie und Beruf gut unter einen Hut.

Auf dem Siegburger Markt: Die Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer bringt Familie und Beruf gut unter einen Hut.

Rhein-Sieg-Kreis. CDU-Politikerin und Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer schafft den Spagat zwischen Mandat und Familie. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kam ihr zweiter Sohn zur Welt.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht nur ein politisches Thema von Katharina Gebauer. Am zweiten Weihnachtstag wurde der zweite Sohn der CDU-Landtagsabgeordneten für Niederkassel, Siegburg und Troisdorf geboren. Sie nimmt bereits wieder an Fraktionssitzungen und Ausschüssen teil, während ihr Mann sich um den Kleinen kümmert. „Die Wahlkreis-Termine habe ich ein bisschen reduziert“, berichtet die 31-Jährige.

Im Landtag haben CDU und FDP eine Mehrheit von nur einer Stimme. Die Haushaltsdebatte zum Beispiel hat ohne Katharina Gebauer stattgefunden, sie war bereits im Mutterschutz. Trotzdem hat niemand die Mehrheit gekippt. „Es gibt ein Abkommen mit den anderen Fraktionen fürs Plenum“, erklärt sie. Sie war bereits die dritte CDU-Abgeordnete, die seit der Wahl 2017 ein Baby bekommen hat. „Die CDU-Fraktion ist deutlich jünger geworden. Wir zeigen, dass wir nicht nur über Vereinbarkeit reden, sondern sie auch leben.“

Gebauer ist Erzieherin und Sozialpädagogin. Der ältere Sohn ist drei Jahre alt und geht in den Kindergarten. Beim zweiten Kind fühlte sie sich so sicher, dass einer schnellen Rückkehr in den Landtag nichts im Weg stand. „Mein Mann nimmt jetzt Elternzeit. Wie die Landtagskandidatur haben wir auch das als Familie entschieden“, sagt die 31-Jährige.

Der Landtag hat keine Kita, es gibt aber Elternbüros mit Babyausstattung. Eine Kollegin hat Mann und Kind dabei. Katharina Gebauer ist es lieber, das Kind zu Hause betreut zu wissen. Ohnehin spielen sich ihre Termine nicht nur in Düsseldorf, sondern auch im Wahlkreis ab. „Bis auf einige feste Termine bin ich flexibel“, sagt sie. Flexibilität sei generell für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig, zum Beispiel bei der Festlegung der Arbeitszeiten, findet die Politikerin. „Wir sind auf einem guten Weg. Hier sind auch die Arbeitgeber gefragt.“

Katharina Gebauer findet es gut, dass inzwischen auch die Männer zu Hause bleiben können. Wer wie lange die Kinder betreue, „das sollte jede Familie selbst entscheiden“.

Ihr Weg in den Landtag hat 2010 mit dem Eintritt in die Junge Union Troisdorf begonnen, ab 2014 saß die Troisdorferin im Kreistag. Dass sie 2017 als Direktkandidatin den Landtagswahlkreis 28 holen würde, war nicht sicher. „Es ist für mich etwas Besonderes, die Bürger in Düsseldorf zu vertreten“, sagt Gebauer. Sie findet ihre Arbeit abwechselungsreich und spricht gerne mit Menschen. Als Mitglied im Fraktionsvorstand ist sie auch in Düsseldorf immer „dicht dran“. Mit Fragen kann sie sich immer an den Fraktionsvorsitzenden Bodo Löttgen wenden. Auch Andrea Milz, inzwischen Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in der Düsseldorfer Staatskanzlei, hat ihr beim Einstieg in den Landtag geholfen. „Sie hatte vorher das Büro nebenan.“

In den kommenden Monaten stehen diverse Themen an, die zu den Schwerpunkten von Katharina Gebauer gehören: die Reform des Kinderbildungsgesetzes – Kibiz – zum Beispiel. „Die Krankenhausversorgung ist immer noch ein großes Thema und der Pflegefachkräftemangel“, sagt die Abgeordnete. Und natürlich ihre beiden kleinen Jungs in Troisdorf.