Sperrungen aufgehoben Kampfmittelexperten entschärfen Bombe in Siegburg

Siegburg. Die 2,5 Zentner-Bombe an der Sieg ist entschärft worden. Nach dem Bombenfund war das Gebiet großräumig abgesperrt worden. Davon betroffen waren auch die A560 sowie einige Häuser in Siegburg und Sankt Augustin.

Bei Renaturierungsarbeiten an der Sieg ist gestern Mittag im Siegburger Stadtteil Zange eine 2,5-Zentner-Bombe gefunden worden. Aus Sicherheitsgründen musste das Gebiet rund um die Bombe in einem Radius von 500 Metern abgesperrt werden. Davon betroffen waren auch die A 560 sowie einige Wohnhäuser. Die Flüchtlingsunterkunft an der Straße Siegdamm musste ebenfalls geräumt werden. Für Anwohner wurden kurzzeitige Unterbringungsmöglichkeiten am städtischen Bauhof eingerichtet. Experten des Kampfmittelräumdienstes entschärften den Sprengkörper am frühen Abend.

Die gefundene Bombe hatte zwei Zünder, die beide auch noch in der Bombe waren. Das ergab die Untersuchung. Die Polizei sperrte die umgebenden Straßen und kontrollierte mit Hilfe eines Hubschraubers aus der Luft, ob noch Personen auf den Wegen in der Siegaue waren. Von den Sperrungen betroffen waren der Siegdamm und Teile der Hohenzollernstraße in Siegburg sowie die Einsteinstraße in Sankt Augustin. Auch die A 560 zwischen Sankt Augustin-West und Sankt Augustin musste während der Entschärfung in beide Richtungen gesperrt werden. Mehrere hundert Anwohner wurden von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht. Die Stadtbahnlinie 66 war nicht von den Maßnahmen betroffen. Auch der Flughafen Köln/Bonn wurde informiert, da das Gebiet in der Kontrollzone des Flughafens liegt.

Die Stadt Siegburg hatte zwei Bürgertelefonnummern für wichtige Fragen freigeschaltet, ebenso die Stadt Sankt Augustin. In Siegburg waren 36 Wohnhäuser und rund 300 Anwohner betroffen. Am Nachmittag telefonierte die Stadt Sankt Augustin die 18 betroffenen Firmen im Gewerbegebiet Einsteinstraße ab, um diese auf die Entschärfung und die anstehenden Sperrungen vorzubereiten. Die Einsteinstraße zwischen der Marie-Curie-Straße und der Siegburger Straße musste gesperrt und die dortigen Gebäude evakuiert werden. Der Hochhauskomplex Ankerstraße war nicht von der Evakuierung betroffen.

Auch Landwirt Hans-Peter Keller aus Mülldorf war betroffen. Er hatte 27 Mastrinder in der Siegaue, die ebenfalls evakuiert werden sollten. Das Problem: Die Rinder waren am Morgen gut gefüttert worden, ein Abtransport wäre sehr aufwendig gewesen. Mit einem großen Traktor und einem Wasserwagen, aus dem die Tiere gerne trinken, gelang es dem Landwirt schließlich, die Tiere auf eine entfernt liegende Weide zu führen. „Wenn man darüber nachdenkt, wie oft ich dort schon hergelaufen oder hergefahren bin, wird mir ganz mulmig“, sagte Keller. Gegen 17.40 Uhr begannen die Experten vom Kampfmittelräumdienst damit, den Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen, was sie gegen 17.59 Uhr erledigt hatten. „Auch nach so langer Zeit sind die Zünder voll funktionsfähig. In den Zündern sind korrosionsbeständige Materialien wie Messing und Edelstahl verbaut. In einer 2,5-Zentner-Bombe wie dieser, die aus Amerika stammt, sind etwa 80 Kilogramm Sprengstoff. Die Splitterwirkung beträgt etwa einen Kilometer“, sagte Experte Siegfried Konopatzki vom Kampfmittelräumdienst.

Der Siegburger Heinz Limbach hat die Bomben als Kind fallen gesehen. „Die Alliierten haben sich vertan, die ganzen Bomben und Brandbomben sind in und neben die Sieg gefallen. Vermutlich wollten die den Flugplatz in Hangelar oder die Eisenbahnlinie treffen.“ Er ist sich sicher, dass im Zuge der Renaturierung noch weitere Bomben gefunden werden.

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