Tag der offenen Tür beim KSI

Großer Ansturm auf den Michaelsberg

Siegburg. Mehr als 7000 Bürger sind der Einladung zum Fest anlässlich der Eröffnung des Katholisch Sozialen Instituts auf dem Michaelsberg gefolgt. Die Gäste haben den renovierten Altbau und den Neubau genau unter die Lupe genommen.

In den Fluren im neuen Katholisch Sozialen Institut (KSI) auf dem Michaelsberg herrscht am Sonntag eine ganz besondere, fast magische Stimmung. „Oh“ und „Ah“ ertönt es von allen Seiten und aufgeregte Gespräche erfüllen die Räume. Mehr als 7000 Bürger aus dem Rhein-Sieg-Kreis und der Umgebung sind zum Bürgerfest anlässlich der Eröffnung des KSI gekommen, und erkunden das frisch renovierte Gebäude und den neuen Anbau. Der erste Eindruck scheint zu stimmen: Von allen Seiten gibt es lobende Worte.

So auch von Senior Herbert von Bank: Er kennt die Abtei auf dem Michaelsberg seit er ein Kind ist. „Damals hat mein Vater hier mit den Mönchen gearbeitet. Ich habe die Bilder aus der Kindheit noch lebhaft vor Augen, wenn ich jetzt hier drin stehe.“ Er findet es gut, dass die Räume wieder belebt sind und freut sich, das KSI unter die Lupe zu nehmen. Das Erkunden soll am Festtag nicht die einzige Aktivität bleiben. Zahlreiche Programmpunkte sollen den Abschluss der Bauarbeiten, die im Frühjahr 2014 begonnen hatten, gebührend feiern. Den Anfang machen musikalische Darbietungen: Im gut gefüllten Kreuzhof bringt die Domradio.de Big Band die Gäste in ausgelassene Stimmung.

Der Kreuzhof ist nicht der einzige gefüllte Außenbereich: Auf der Dachterrasse des neuen Anbaus genießen die Gäste die weite Sicht auf die Siegburger Innenstadt. Dort will auch Renate Dunstheimer ihre Tour durch das KSI planen. „Mich interessiert, wie sich hier alles entwickelt hat. Die Aussicht ist schon mal grandios.“ Über die Entwicklung der Bauarbeiten, in die das Erzbistum Köln rund 47 Millionen Euro investiert hat, können sich die Gäste an verschiedenen Stellen informieren. Im Seminarraum Acht ist die Entwicklung der Abteigebäude in Bildern festgehalten. Fotos aus 2015 und 2016 zeigen entkernte Räume und stehen im großen Kontrast zu den Aufnahmen von 2017. Aus der Baustelle mit rohen Wänden und Schutt in vielen Ecken sind helle freundliche Räume geworden.

Großes Interesse für die Architektur

Die Architektur stößt bei vielen Gästen auf großes Interesse. Architektin Annegret Kufferath, Projektleiterin für den Umbau der Abtei und den Neubau, lädt zu einer Gesprächsrunde ein und ist selbst über den großen Andrang überrascht. Gemeinsam mit ihrem Chef Caspar Schmitz-Morkramer des Büros Msm-Architecture erklärt sie die Eckdaten zu dem Konzept des Umbaus. „Wir mussten uns fragen, wie man mit einem Gemäuer von rund 1000 Jahren Geschichte umgeht.“ Der Umgang mit den alten Mauern hätte behutsam sein sollen und so musste sich auch der Neubau verhalten: „Er soll mit dem alten Gebäude korrespondieren und ihm trotzdem nicht die Show stehlen“, so Schmitz-Morkramer. Die Gäste haben jede Menge eigene Fragen und löchern die Architekten.

Zahlreiche Vorträge informieren über Hintergründe zur Abtei. Im Neubau erzählt der Historiker Joachim Oepen vom Lebenslauf des Erzbischofs Anno II. von Köln. Der als Heiliger verehrte Geistliche aus dem elften Jahrhundert hat seinerzeit die Abtei auf dem Michaelsberg gegründet und somit auch die Stadt Siegburg. Das Bürgerfest soll allerdings nicht nur informieren, sondern vor allem auch Spaß machen. Im Kreuzhof spielt inzwischen das Show-Orchester „Druckluft“.

In bunten Kostümen heizen die Musiker auf der Bühne den Gästen kräftig ein. Es wird geklatscht und getanzt. Das Ehepaar Christa und Josef Verhoefen wippt auch zur Musik mit. „Hier herrscht eine schöne Stimmung. Man kommt mit vielen Leuten in Kontakt“, sagen sie. Auch an die kleinen Besucher ist gedacht: Eine Zaubershow bringt die Kinder auf dem Bürgerfest ganz schön zum Staunen. Die siebenjährige Hannah darf dem Magier Donatus Weinert auf der Bühne assistieren. Sie und die weiteren Kinder verfolgen mit offenen Mündern die Tricks des Zauberers.

Im Karmel öffnet der Karmeliten-Orden seine Türen. Er hat bereits 2013 seinen Platz auf dem Michaelsberg gefunden. Pater Rockson ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Umbauten. „Es ist alles heller und freundlicher. Wir freuen uns jetzt auf die Zusammenarbeit mit dem KSI und auf neue Begegnungen.“