Kommentar zum Gewerbeflächenkonzept Grenzen überwinden

Von Sankt Augustin ins rheinland-pfälzische Buchholz: Der Schuhhersteller Leguano hat kürzlich seinen Sitz verlegt.

Rhein-Sieg-Kreis. Dass die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis nun einen gemeinsamen Gewerbeflächenbedarf haben ermitteln lassen, um ihn bei der Bezirksregierung für den Regionalplan 2035 anzumelden, lässt Unternehmen zu Recht hoffen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn Waren und Dienstleistungen von Unternehmen in der Region längst problemlos Grenzen von Ländern und Kontinenten überwinden, zugleich hiesige Standortpolitik aber noch immer an der jeweiligen Stadt- oder Gemeindegrenze endet.

Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass ein wachsendes Unternehmen aus der Region wegzieht. Die Stadt Bonn musste diese Erfahrung bereits machen: siehe Haribo. Aber auch im Rhein-Sieg-Kreis kommt das vor. In diesem Jahr verlegte etwa der Schuhhersteller Leguano Sitz und Produktion von Sankt Augustin ins rheinland-pfälzische Buchholz.

Dass die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis nun einen gemeinsamen Gewerbeflächenbedarf haben ermitteln lassen, um ihn bei der Bezirksregierung für den Regionalplan 2035 anzumelden, lässt Unternehmen zu Recht hoffen. Ländliche Kommunen im Kreis, die bisher nicht auf der Landkarte von Betrieben erschienen, könnten von zusätzlichen Steuereinnahmen profitieren – eine klassische „Win-Win-Situation“.

Rund 270 Hektar Land kommen laut dem von Bundesstadt und Kreis in Auftrag gegebenen Gutachten als zusätzliche Gewerbefläche in Betracht. Ob sich aus den ermittelten „Suchräumen“ aber tatsächlich die erhoffte Entlastung ergibt, bleibt abzuwarten. Über jede einzelne Fläche muss zunächst interkommunal verhandelt werden. Stets könnte ein „Nein“ eines Stadtrates ein Projekt vereiteln.

Zugleich könnte die kommunale Kooperation beim Gewerbeflächenkonzept Schule machen. Nötig wäre das beim Wohnungsbau.

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