"Rheinische Lesebühne" in Siegburg

Frische Texte und junge Autoren

Sven Heuchert mit seinen Premieregästen Niels Parthey und Sascha Preiß (von links).

Sven Heuchert mit seinen Premieregästen Niels Parthey und Sascha Preiß (von links).

Siegburg. Die „Rheinische Lesebühne“ bietet Nachwuchsdichtern als neue Veranstaltungsreihe ein Forum für die Präsentation ihre Werke. Den Auftakt machen Niels Parthy und Sascha Preiß.

Er habe keinen Wettbewerb kreieren wollen, der mit einem Poetry Slam vergleichbar sei, erklärte der Siegburger Autor Sven Heuchert bei der Premiere seiner Veranstaltungsreihe „Schlagseite“, die zukünftig alle drei Monate unter dem Titel „Neue Rheinische Lesebühne“ in der Buchhandlung R² der Gebrüder Remmel stattfinden soll. „Es werden keine Preise vergeben, und die jeweiligen Autoren treten auch nicht in Konkurrenz gegeneinander an. Es geht darum, frische, junge, zum Teil noch nicht veröffentlichte Texte von noch nicht so etablierten Autoren zu präsentieren“, so Heuchert. Er selbst hat in diesem Jahr seinen Erzählband „Asche“ herausgegeben, im nächsten Jahr folgt sein Debütroman, zu dem er sich aber noch nicht äußern wollte.

Eingeladen zur Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend hatte der Siegburger Sascha Preiß aus Hamburg und Niels Parthey, der in Leverkusen lebt. Beide kennt er von ähnlichen Leseveranstaltungen in ganz Deutschland. Es gebe unter den jungen Autoren ein vergleichbares Netzwerk wie unter den Slammern, sagte Heuchert. Parthey schrieb 2001 sein erstes Gedicht, 2007 seine erste Kurzgeschichte. Bisher hat er allerdings noch nichts in Buchform veröffentlicht. Heucherts zweiter Gast, Sascha Preiß, ist Mitglied im Forum Hamburger Autorinnen und Autoren, schreibt für Zeitschriften und hat bereits Texte in Anthologien veröffentlicht. Er las aber nicht nur einige seiner Geschichten, sondern spielte auch Lieder aus Russland, wo er neun Jahre lebte. Im Wettbewerb zu anderen Lesungen sieht Heuchert seine Lesebühne nicht. Bei der seien eben keine Buchautoren vertreten, die bereits einen Namen hätten und daher ein ganz anderes Publikum ansprächen als er und seine Mitstreiter.

In der Pause und nach der Veranstaltung hatten die Besucher die Gelegenheit, sich mit den drei Autoren auszutauschen. Mit der Publikumsresonanz am Premierenabend war Heuchert sehr zufrieden. Wie es weitergeht, weiß er nicht. Auf jeden Fall möchte er unabhängig bleiben und keine Unterstützung, etwa von der Stadt, in Anspruch nehmen. Das Angebot der Buchhändler Paul und Andreas Remmel, ihr Ladenlokal kostenfrei für die Veranstaltungen zu nutzen, nahm Heuchert dagegen sehr gerne an.