Zeit mit Gunnar Herrmann

Ford-Chef zeigt Siegburger Schülern seine Arbeit

Chef gewonnen: Ford-Werke-Chef Gunnar Herrmann stand Schülern des Wirtschaftsgymnasiums Rede und Antwort.

Chef gewonnen: Ford-Werke-Chef Gunnar Herrmann stand Schülern des Wirtschaftsgymnasiums Rede und Antwort.

Siegburg. Schüler des Wirtschaftsgymnasiums am Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises haben Zeit mit Gunnar Herrmann "gewonnen". Der Manager hat seine Karriere mit einer Lehre in den Ford-Werken begonnen.

Sein Terminkalender ist voll, seine Zeit meist knapp bemessen. Die hat Gunnar Herrmann sich am Mittwochvormittag aber bewusst für Schüler des Wirtschaftsgymnasiums am Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises genommen. Zwei Stunden lang hat sich der Deutschland-Chef der Ford-Werke den Fragen des Leistungskurses Betriebswirtschaft gestellt – und dabei nach eigenem Bekunden auch für sich selbst durchaus neue Erkenntnisse gewonnen. Seinen Besuch in Siegburg verdankten die Elftklässler der vom Handelsblatt initiierten Aktion „Chef zu gewinnen“. Sie gehören zu den insgesamt 15 Oberstufenkursen, die einen Chef gewonnen haben.

Es soll eine Begegnung auf Augenhöhe sein, bei Schülern das Interesse an der Wirtschaft wecken und Distanz zwischen Top-Managern und dem Nachwuchs abbauen, umschreibt das Handelsblatt das Ziel seiner vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufenen Aktion. Die Idee, sich um ein paar Stunden mit einem „Chef“ zu bewerben, hat Dirk Overbeck zu Beginn des Schuljahres an seinen neuen Leistungskurs herangetragen. Binnen zwei Wochen verfasste er zusammen mit seinen Schülern ein Motivationsschreiben. Drei von insgesamt 15 Chefs konnten sie als Wunschkandidaten angeben. „Es ist schon ein Erlebnis, wenn der Deutschland-Chef von Ford in unsere Klasse kommt“, freute sich Overbeck über den „Gewinn“.

Als etwas Besonderes hat Henrik Müller Herrmanns Besuch empfunden. „Ich freue mich darauf, wenn wir ihn Ende Januar in Köln besuchen können“, sagte der 16-Jährige. „Man erhält einen Einblick, den man sonst nicht bekommt“, hob Lukas Kuhnkel hervor. „Es ist wichtig, dass Schüler den Berufsalltag mit allen Facetten und in seiner Vielschichtigkeit kennenlernen“, sagte Gunnar Herr-mann. Er selbst habe seinen Beruf aus Überzeugung gewählt. Dazu rät der Mann, der seine Laufbahn mit einer Lehre bei den Ford-Werken begann, auch den Schülern. Sie sollten vor einer Bewerbung sorgfältig nachdenken und Visionen haben. Der Beruf begleite einen ein Leben lang. Fragen nach ethischen Aspekten seines Berufs haben den Manager überrascht. Und gelernt hat er auch etwas: „Mann muss sich immer wieder auch auf neue Dinge einlassen können.“