Siegburger Flugmodellsportclub

Flugzeuge unterm Dach

Große Runden auf engem Raum drehen die Modellflieger des FSC Siegburg in der Dreifachhalle des Anno-Gymnasiums.

Große Runden auf engem Raum drehen die Modellflieger des FSC Siegburg in der Dreifachhalle des Anno-Gymnasiums.

SIEGBURG. Vom Doppeldecker bis zum Fluggleiter: 16 Piloten des Flugmodellsportclubs Siegburg haben in der Sporthalle des Anno-Gymnasiums ihr Können gezeigt.

Ein geschmeidiges, fast lautloses Surren durchschneidet die Hallenatmosphäre und zeugt davon, dass Flugobjekte verschiedenster Couleur unterwegs sind. Hochmoderne Technik erlaubt den fast singenden Klang im Raum. Die Flugmodellfreunde des Flugmodellsportclubs Siegburg stehen am Regler und lassen ihre Flugzeuge durch die Lüfte jagen, zeichnen für dieses faszinierende Szenario verantwortlich.

Interessierte hatten am Wochenende die Möglichkeit, das Können der 16 Piloten des Klubs beim öffentlichen Hallenfliegen in der Turnhalle des Anno-Gymnasiums hautnah zu erleben. „Wir üben heute und machen Werbung für Nachwuchs“, erklärte Michael Schlipköther, Vorsitzender der Hobbyflieger: „Jedermann ist eingeladen, unseren Sport hier in der Halle näher kennenzulernen“. Der Siegburger Flugmodellverein verzeichnet derzeit 98 aktive Mitglieder, davon 16 Jugendliche. „Die Kids lernen bei diesem Flugspaß räumliches Sehen, Reaktionsvermögen und die Kunst, das Fliegen unter Berücksichtigung der Thermik und anderer Bedingungen zu erfühlen. Topmodelle erreichen bis zu 300 Stundenkilometer. Das fordert die Piloten“, erklärt Michael Schlipköther.

„Zum Einstieg gehören ein gewisses Interesse an Technik und ein guter Umgang damit“, führt Schlipköther weiter aus. „Reizvoll ist auch unsere Naturverbundenheit, wenn wir im Gelände sind, und ein schonender Umgang damit. Zerstören der Pflanzenwelt ist tabu. In der Halle schweben unterdessen die Flieger in beeindruckender Eleganz vorbei und beschreiben ausgereifte Figuren. Ob schnittige Kurvenlage und sanfte Landung oder auch mal kurz ein Looping, geboten wird alles für den Modellflugfan.

„Bevor der Anfänger ein Flugmodell kauft, sollte er, um seine Begabung zu testen, auf unserem Vereinsgelände an der Wahnbachtalstraße mit unseren erfahren Mitgliedern einige Wochen trainieren. Das betrifft auch unser Projekt Lehrer-Schüler-Fliegen. Der Trainer kontrolliert dabei mit seiner Fernsteuerung die des Einsteigers,“ warnt Michael Schlipköther vor falschem Ehrgeiz.

Die Flugsportler steuern unter den optimalen Bedingungen der Vierfachsporthalle des Anno-Gymnasiums selbstgebastelte oder auch gekaufte Modelle, die es erst seit rund sechs Jahren gibt, aus Styropor, Holz, Glasfaserkunststoff oder hochwertigem Kevlar oder Kohle.

Harald Steeger (52) fliegt einen Doppeldecker mit Quer-, Höhen- und Seitenruder sowie Motordrosselung. „Nicht einfach zu lenken“, sagt der gelernte Betriebswirt aus Siegburg, der als junger Bursche einen Fluggleiter vom Vater geschenkt bekam und so mit dem Hobbyfliegen begann.

Markus Stommel (48) ist Ingenieur und schon fast logischerweise ein Tüftler. Er lässt soeben seinen Nano CPX auf dem Parkett landen, einen 1200-Millimeter Hubschrauber aus Kunststoff. „Ich habe mit Papierfliegern und Wurfgleitern angefangen und bin jetzt mit meinen Kindern gerne in der Natur zum Fliegen unterwegs,“

Lutz Ebert (42) ist mit seinen Söhnen Emil (5) und Anton (3) als Zuschauer in die Halle gekommen. „Meine Söhne und ich steuern Modellautos,“ berichtet der Bauingenieur, „irgendwann soll es einmal in die Lüfte gehen. Das fast lautlose Schweben der Flugzeuge fasziniert mich.“

Der Anno-Schüler Jonah Pasamba (13) baut Landfahrzeuge aller Art und interessiert sich für das Modellfliegen. „Ich beobachte das beachtliche Können der Piloten hier, machen mit mehr, manche mit weniger Erfahrung. Doch alle geben sich fair Tipps und Hilfestellung“.

Mehr Flugsportwettbewerbe, bei denen auch Deutsche-, Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen werden, stehen Ende Februar und Anfang März im Siegburger Anno-Gymnasium an.