Kommentar zum sozialen Wohnungsbau

Für jeden Geldbeutel

Baustelle sozialer Wohnungsbau: Die GWG errichtet stetig neue Mietwohnungen, wie hier im Aegidienberger Ortsteil Himberg.

Baustelle sozialer Wohnungsbau: Die GWG errichtet stetig neue Mietwohnungen, wie hier im Aegidienberger Ortsteil Himberg.

Rhein-Sieg-Kreis. Das Wohnen – insbesondere in Städten oder in stadtnahen Gegenden – wird immer mehr zum Luxusgut, meint GA-Redakteur Dominik Pieper.

Wohnraum zu schaffen, ist auf lange Sicht eines der drängendsten Probleme des Rhein-Sieg-Kreises. Bezahlbare Wohnungen und Immobilien sind Mangelware. Das Wohnen – insbesondere in Städten oder in stadtnahen Gegenden – wird immer mehr zum Luxusgut. Und das betrifft Mietwohnungen ebenso wie den Immobilienmarkt. Das ist die Kehrseite einer an sich positiven Entwicklung, die Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis erleben: Sie liegen in einer Zuzugsregion, und das bleibt auf längere Sicht auch so.

Es ist schon wichtig, wenn die Kreis-SPD auf die Bedeutung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus hinweist und an die sozialpolitische Verantwortung der öffentlichen Hand erinnert. Das ist aber nur ein Teil des Problems. Es muss Wohnraum für jeden Geldbeutel geschaffen werden. Wenn selbst Gutverdiener-Familien im Bonner Umland kein bezahlbares Haus mehr finden, wenn in einem Niederkasseler Baugebiet mit sieben Grundstücken 200 Interessenten auf der Warteliste stehen, dann deutet das auf einen enormen Druck auf dem Markt hin.

Dieser Druck wird vor allem dann gemindert, wenn das Angebot ausgeweitet wird – sowohl beim Geschosswohnungsbau als auch bei Einfamilienhäusern. Bis 2030 benötigt der Kreis 30 000 zusätzliche Wohneinheiten. Wie soll das gelingen? Die Wohnraumkonferenzen, in denen die Kreis-Kommunen das Thema beraten, sind ein Anfang. Sie müssen aber auch zu konkreten Ergebnissen führen. Und das kann nur heißen: bauen, bauen, bauen.