Kommentar zum Ratsbürgerentscheid

Ende des Stillstands

Über 9000 Siegburger haben beim Ratsbürgerentscheid ihre Stimme abgegeben, wie hier im Wahllokal Hans-Alfred-Keller Schule oder per Briefwahl.

Über 9000 Siegburger haben beim Ratsbürgerentscheid ihre Stimme abgegeben, wie hier im Wahllokal Hans-Alfred-Keller Schule oder per Briefwahl.

Siegburg. Die Bürger stimmen beim Ratsbürgerentscheid mit deutlicher Mehrheit für die Sanierung des Rathauses. Damit haben viele Jahre des Stillstands endlich ein Ende, schriebt GA-Redakteurin Nadine Quadt.

Das Siegburger Rathaus bleibt wo es ist - und wird in neuem Glanz erstrahlen. So haben es die Siegburger entschieden. Und das ist gut so. Damit haben viele Jahre des Stillstands, in denen sich der Zustand des 50 Jahre alten und zunehmend maroden Verwaltungssitzes zusehends weiter verschlechtert hat, endlich ein Ende. Jahre, in denen es versäumt wurde, daran etwas zu ändern. Und Jahre, in denen über diverse Möglichkeiten viel diskutiert wurde. Allein 61 Bau- und Sanierungsausschüsse haben sich dem für Siegburg wichtigen Thema gewidmet, ohne abschließendes Ergebnis. In sechs Bürgerwerkstätten haben auch die Siegburger Bürger mitgesprochen. Und sie sind es, die die von allen Seiten herbeigesehnte Lösung nun auch gebracht haben. Mit ihrer Stimme im Ratsbürgerentscheid.

Immerhin 9792 von 33 331 Stimmberechtigen haben das demokratische Mittel der Bürgerbeteiligung genutzt, um die Zukunft des Verwaltungssitzes mit zu gestalten. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von knapp 30 Prozent. Die hat gereicht, war aber deutlich geringer als noch vor acht Jahren, als es im ersten Bürgerentscheid der Siegburger Geschichte schon einmal um den Erhalt des Rathauses ging. 2010 lag die Wahlbeteiligung bei 47 Prozent.

Damals ging es aber mit dem Ja zum Rathaus auch darum den Bau eines Einkaufscenters zu verhindern. Verhindert haben die Siegburger, die am Sonntag zur Wahlurne gegangen sind, aber auch etwas: Einen Rathausneubau auf dem Allianz-Parkplatz. Die Kreissparkassentochter Pareto hat angekündigt, das Areal auch bei einem Nein zu ihrer Offerte in jedem Fall zu entwickeln. An dieser Aussage muss sie sich nun messen lassen.