Mundart-Lesewettbewerb

Ein Stück "rheinische Sproch" bewahren

RHEIN-SIEG-KREIS. Mit "Kamelle" sind Süßigkeiten, meistens Bonbons, gemeint. Aber was bedeutet "Aap" oder "Pääd?" Dialekt hört man im Rhein-Sieg-Kreis abseits vom Karneval nur noch so selten, dass der Rhein-Sieg-Kreis einen Mundart-Lesewettbewerb für Schüler der Primarstufe plant.

Ein erstes Konzept hat das Kreiskulturamt dem Kultur- und Sportausschuss vorgestellt. Ziel des Wettbewerbs, der im Sommer starten soll, ist, die Vermittlung und Verwendung der "rheinischen Sproch" zu fördern. Übrigens: "Aap" heißt Affe und "Pääd" ist das Pferd.

"Mit diesem Wettbewerb wollen wir etwas für die kulturelle Identität unserer Heimat tun", sagt Rainer Land, Leiter des Kreiskulturamtes. Hans Clasen, Leiter des Amtes für Schule und Bildungskoordination, ergänzt: "Gefördert werden soll so auch das Erlernen von Mehrsprachigkeit insgesamt." Das Beherrschen von Hochdeutsch und Dialekt wirken sich darauf nämlich positiv aus.

Die Mundarten und Dialekte lassen sich im Rhein-Sieg-Kreis bis ins erste Jahrtausend zurückverfolgen. Während sie bis in die Nachkriegszeit hinein noch fast überall wie eine "Muttersprache" verwendet wurden, konnte man seitdem einen Dialektverlust beobachten. Das bestätigen Untersuchungen des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte.

Der Verlust der mundartlichen Sprache und des mundartlichen Wortschatzes werden dabei als Kulturverlust empfunden. Dagegen will der Mundart-Lesewettbewerb etwas tun und ein Stück "rheinische Sproch" bewahren.