Radfahren in Siegburg

Die Stadt macht den Weg für Radler frei

Probeweise hat die Stadt Siegburg sechs von zehn Umlaufsperren auf dem Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse geöffnet.

Probeweise hat die Stadt Siegburg sechs von zehn Umlaufsperren auf dem Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse geöffnet.

Siegburg. Die Verwaltung öffnet probeweise die Barrieren auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Michaelsberg und Steinbahn. Stichprobenartig soll es auch Kontrollen geben, ob sich wirklich alle Radfahrer ordnungsgemäß verhalten.

An den Umlaufsperren auf dem Radweg zwischen Michaelsberg und Steinbahn scheiden sich schon seit dessen Eröffnung im Jahr 2013 die Geister. Während die Stadtverwaltung aus Sicherheitsgründen nicht auf sie verzichten möchte, stören sich Kritiker vor allem an der Enge der Sperren, die ein Umfahren aus ihrer Sicht unmöglich macht.

Nun hat die Stadtverwaltung reagiert und sechs der insgesamt zehn Sperren auf der früheren Bahntrasse zwischen Siegburg und Lohmar gleichsam halbiert. Das heißt, statt zwei Barrieren schützt seit etwa zwei Wochen jeweils nur noch eine Barriere die Straßenübergänge. Zunächst aber nur probeweise, wie die Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger auf Nachfrage erklärte.

Es ist weniger eine Überzeugungstat als eine Reaktion auf immer wieder vorgetragene Anfragen und Beschwerden aus der Bevölkerung. Denn die Verwaltung hält die Sperren nach wie vor für sinnvoll. „Die Gefahr, dass gerade Kinder und Jugendliche zu schnell fahren und nicht auf die Vorfahrtsstraßen achten, ist zu groß“, sagt Guckelsberger. Wenn die Radfahrer hingegen gezwungen seien, ihr Fahrtempo zu reduzieren, achteten sie auch besser auf den Verkehr. Eine sukzessive und dauerhafte Ausweitung der Sperren hatte sie bereits im vergangenen Jahr nicht ausgeschlossen.

„Wir müssen uns aber Zeit nehmen und testen, ob es an allen Stellen funktioniert“, hatte Guckelsberger im vergangenen September gesagt. Wie berichtet, hatte sich damals der Siegburger Ortsverein des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) mit seiner Kritik an die Öffentlichkeit gewandt.

Dass die Verwaltung nun doch schneller reagiert, ist eher ein Verdienst der Witterung. Zunächst waren die Umlaufsperren nämlich für den Winterdienst auf dem etwa drei Kilometer langen Radweg geöffnet worden. „Wir haben nun entschieden, sie nicht wieder zu schließen und einmal zu schauen, ob die Sicherheit auch so gewahrt ist“, sagt Barbara Guckelsberger.

Stichprobenartig soll es auch Kontrollen geben, ob sich wirklich alle Radfahrer ordnungsgemäß verhalten. „Wir schauen jetzt einfach einmal, wie die Resonanz ist“, sagt Guckelsberger. Wie lange die Probephase läuft, vermochte die Technische Beigeordnete noch nicht zu sagen. Nur so viel: Die Verwaltung möchte zunächst das Frühjahr abwarten. Um sich ein Bild machen zu können, wenn auch wieder mehr Fahrradfahrer die ehemalige Trasse der Aggertalbahn „Luhmer Grietche“ nutzen.