Umzug des KSI auf den Michaelsberg

Die Siegburger Abtei wird zu neuem Leben erweckt

Siegburg. Das Katholisch-Soziale Institut ist auf dem Michaelsberg angekommen. Seit Mittwoch richten die Mitarbeiter sich in ihren neuen Büros ein, Handwerker erledigen letzte Arbeiten. Offizielle Eröffnung ist am ersten Maiwochenende.

Der Weg hinauf ist kein leichter. Zumindest im Moment. Bis das Katholisch-Soziale Institut (KSI) im Mai offiziell Wiedereröffnung auf dem Michaelsberg feiert, sind die Sanierungsarbeiten an der Bergstraße abgeschlossen. Die Lieferwagen von Handwerkern parken woanders, die Außenanlagen der ehemaligen Abtei sind hergerichtet, und der Eingang zum neuen Tagungshaus des Erzbistums Köln ist als solcher zu erkennen.

Noch aber muss der Besucher ein wenig suchen, bis er den Weg hinein findet. Einmal drin, fällt dann aber sofort auf, was von Außen noch nicht ersichtlich ist: Es ist neues Leben in der Abtei und ihrem Anbau. Seit Mittwoch haben die rund 75 Mitarbeiter des KSI in Siegburg ihren neuen Dienstsitz und richten sich in ihren Büros ein.

„Wir haben am Freitag unser Haus in Bad Honnef abgeschlossen“, sagt Andreas Kaul, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des KSI. Der Abschied sei ihm und seinen Kollegen nicht leicht gefallen. „Nach 20 Jahren in Bad Honnef war es schon schwer“, sagt auch Sandra Bratschke. Allerdings, räumt die stellvertretende KSI-Geschäftsführerin ein, die ehemalige Abtei sei ein besonderer Arbeitsplatz.

Das offenbart sich auf den ersten Blick. Auch wenn noch nicht alles am rechten Platz steht, die künftigen Büros noch voll Umzugskartons stehen und an einigen Stellen noch Handwerker an der Arbeit sind: Die Symbiose von Alt und Neu ist gelungen – und die Aussicht wohl einmalig.

Das Staubtuch ist griffbereit

Im Treppenhaus surrt der Staubsauger, versucht des herumschwirrenden Baustaubs Herr zu werden. Vergeblich. Er liegt bereits auf den kunstvollen Buchstaben, die der Bonner Künstler Babak Saed für das neue KSI geschaffen hat. Seit zwei Wochen spielen sie an den Wänden der Treppenabsätze in den vier möglichen Kombinationen mit den Worten „Bin ich das“. „Unsere Kunst lagert noch in Bad Honnef“, erklärt Andreas Kaul. Die Werke sollen erst nach Siegburg ziehen, wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind. Auch das Lichtkreuz, das im Zentrum des sich über zwei Etagen erstreckenden Atriums im Anschluss an die Rezeption hängen soll. Die befindet sich gleich hinter der Brücke, die vom Neubau in den Altbau führt.

 

Auch im Büro von KSI-Direktor Ralph Bergold liegt Staub auf den Regalen, das Staubtuch ist griffbereit. Telefon und Computer stehen schon auf dem Schreibtisch – sind aber wie in allen anderen Büros noch nicht in Betrieb. „Die EDV- und Telefonanlage werden gerade installiert, und wir hoffen, dass wir im Laufe der Woche wieder erreichbar sind“, sagt Kaul. In seinem Büro stehen noch etliche Kartons – insgesamt brauchte es mehr als 1000, um das KSI von Bad Honnef nach Siegburg zu verlagern.

Platz für 200 Gäste bietet das Europaforum, der größte Tagungssaal im Neubau. Noch bestimmen Leitern das Bild. Maler machen letzte Pinselstriche. Eine Etage höher liegt das Restaurant, ebenfalls mit Sicht auf Siegburg. In der Küche nebenan können die Köche während ihrer Arbeit den Blick in die Ferne schweifen lassen. Noch gilt es aber Schüssel, Töpfe und Ähnliches einzuräumen. Eine lange Tafel ist schon eingedeckt. „Für das Lenkungsgremium“, sagt Kaul. Das tagt am Mittwoch erstmals in Siegburg. Die KSI-Mitarbeiter machen derzeit dort Pause, wo künftig die Tagungsgäste in der Lounge auf der Dachterrasse sitzen.

Raum für Tagungsgäste

Vom Dach des Neubaus geht es in die ehemalige Abtei. Die hat sich bei allen Modernisierungen ihren alten Charme bewahrt. Die früheren Zellen der Mönche sind noch als solche zu erkennen, allerdings um ein Bad und besseren Schallschutz erweitert. 121 Zimmer bieten Platz für maximal 176 Tagungsgäste. „Das ist ein historischer Raum“, sagt Bratschke und öffnet die Tür zum Kaminzimmer. Er sei in seiner Ursprünglichkeit erhalten, davon zeugen Gewölbe.

An der Wand hängen Lampen, die einst in der Abtei hingen. Es soll ein Rückzugsraum für die Tagungsgäste sein, noch lagern hier aber Matratzen. „Die Betten sind gestern und heute geliefert worden“, sagt Bratschke. Sie müssten nun aufgebaut werden. Vom „Raum der Stille“ in der ersten Etage ist über ein großes Fenster der Blick frei in die Abteikirche. Da letzte Bauarbeiten, hier Mitarbeiter, die ihre Büros einrichten: Es wird viel gearbeitet im neuen Tagungshaus. Eben das schaffe eine neue Verbindung, findet Andreas Kaul: „Wir lernen das neue Haus so direkt kennen.“