Offenes Atelier speziell für Kinder

Der Weg war das Ziel

Mit seinem Spiel auf der Tanbur macht Zouber Yousiph auf das Ergebnis der Zusammenarbeit mit Marguerite Apostolidis und Flüchtlingskindern aufmerksam.

Mit seinem Spiel auf der Tanbur macht Zouber Yousiph auf das Ergebnis der Zusammenarbeit mit Marguerite Apostolidis und Flüchtlingskindern aufmerksam.

Siegburg. Künstler öffnen Atelier für Kinder im Flüchtlingsheim

Seit April dieses Jahres boten die Bonner Künstlerin Marguerite Apostolidis und der aus Syrien stammende Siegburger Musiker, Maler und Bildhauer Zouber Yousiph in der Flüchtlingsunterkunft Siegdamm in Kooperation mit der Diakonie als Netzwerkpartner ein offenes Atelier speziell für Kinder an.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit mit etwa 20 Jungen und Mädchen zwischen drei und zwölf Jahren zeigten die beiden unter dem Titel "Zusammen Kunst" im Ausstellungsraum Bahnsteig Linie 66.

Intention sei gewesen, "den Teilnehmern des Projekts einen Raum zu bieten, wo sie ankommen konnten, im Kontrast dazu, dass sie nicht wissen, wo sie einmal ankommen werden", erklärte Apostolidis.

Sie lobte die Kreativität der Kinder, die Materialien wie Papier, Kartons und Leinwände, feste und flüssige Farben sowie Schere und Schnur frei wählen und sich ausschließlich nach eigenen Ideen künstlerisch betätigen durften.

Dabei stellte Apostolidis fest, dass die Kinder das Angebot auch als Ventil nutzten, Erlebtes zu verarbeiten. So schufen einige der jungen Künstler aus Pappe Objekte, die an Waffen erinnern.

"Der Weg war das Ziel. Es ging darum, ein Forum zu schaffen, wo Kinder sich kreativ austoben können, verspielt wie Kinder eben sind, egal wo sie herkommen", so Frank Baake, Fachbereichsleiter Theater und Kulturprojekte der Stadtbetriebe AÖR, die Apostolidis und Yousiph mit diesem Projekt beauftragt hatten, das wiederum Teil der diesjährigen Veranstaltungsreihe "Fluchtpunkt" im Rahmen des seit 2015 etablierten Kulturprojekts "angekommen?" ist.

Kinder seien die Generation von Flüchtlingen, "die irgendwann einmal integriert sein werden", betonte Baake. Mit der Kunstaktion habe man ihnen auch sagen wollen: "Schön, dass ihr hier seid."

Apostolidis zog ein durchweg positives Fazit. "Getragen von Freude am Spiel, von Musikbeiträgen und vom respektvollen Umgang miteinander hat sich eine Zuversicht entwickelt, in der die Kinder sich zu finden und auszudrücken wussten", zeigte sie sich zufrieden und berichtete, dass die Diakonie Interesse bekundet habe, das erfolgreiche Projekt weiterzuführen.