Nach Sanierung

Das Siegburger Stadion gehört wieder den Sportlern

Siegburg. Das Siegburger Walter-Mundorf-Stadion wurde für 1,4 Millionen Euro saniert. Die Sportvereine sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Am Pfingstwochenende des Jahres 1978 wurde das Siegburger Walter-Mundorf-Stadion zum ersten Mal eingeweiht. Genau 40 Jahre später feierten Bürgermeister Franz Huhn, Vertreter des Rates und der Sportvereine nun „Wiedereinweihung“. Vorausgegangen war eine groß angelegte Sanierung.

Im Mai 2016 begannen die Bauarbeiten am in die Jahre gekommenen Stadion. Eigentlich waren fünf Monate Bauzeit vorgesehen. „Die schlechten Wetterbedingungen haben die Arbeiten in die Länge gezogen“, erklärte Ingenieur Markus Fischer, Chef der leitenden Baufirma Fischer Consult. 1,4 Millionen Euro hat die Sanierung die Stadt Siegburg gekostet. Die Sportvereine, die zukünftig wieder im Stadion trainieren werden, sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Wie berichtet, beklagten die Leichtathleten des LAZ Puma Rhein-Sieg, die Sportler des Turnvereins (TV) Kaldauen und des Siegburger Sportvereins 04 (SSV 04) immer wieder den maroden Zustand der Sportanlage. „Die Bewässerungsanlage für den Rasen war defekt, die Abwassergräben waren gebrochen, die Laufbahn war total verschlissen und rissig“, erklärte der Vorsitzende des SSV 04, Christian Kohr, bei der Wiedereröffnung am Samstag. Nur punktuell waren Schäden in der Vergangenheit ausgebessert worden. Das habe lange nicht ausgereicht, so Kohr weiter. „Die Anzahl der Nutzer des Stadions hat sich in den 40 Jahren weit mehr als vervierfacht. Für verschiedene Sportarten wie Speerwurf oder Diskus waren keine Möglichkeiten gegeben.“

Das sieht nach der Sanierung anders aus: Der Rasenplatz erhielt eine neue Drainage und eine zentral gesteuerte Bewässerungsanlage. Außerdem ist der Rasenplatz um einige Meter weiter Richtung Tribüne gerückt. Die neue rote Laufbahn hat nun acht statt sechs Bahnen und bietet den Vereinen so die Möglichkeit, Leichtathletik-Wettkämpfe im Siegburger Stadion auszutragen. Die Anlagen für Weit-, Drei-, Hoch-, und Stabhochsprung sind in einem Teil des Stadions nebeneinander aufgebaut und nicht wie früher im ganzen Stadion verteilt. Die Kugelstoßanlage lag früher hinter den Tribünen, abseits vom Sportplatz. Nun steht die Anlage am Rande des Rasenplatzes. Zudem gibt es nun eine Laufbahn für den Speerwurf. „Eine große Erleichterung sind auch die neuen Flutlichtanlagen“, sagte Rolf Meyer, zweiter Vorsitzender des TV Kaldauen. Die gab es früher nicht, was zur Folge hatte, dass die Sportler das Stadion nur zu hellen Tageszeiten nutzen konnten. Das Stadion wird morgens bis nachmittags von den weiterführenden Schulen für den Schulsport genutzt. Danach trainieren die Vereine. Der SSV 04 und der TV Kaldauen haben derzeit jeweils circa 400 Mitglieder, die regelmäßig im Stadion ihrem Sport nachgehen.

Zur Wiedereröffnung waren einige von ihnen gekommen, um ihr neues Stadion direkt auszuprobieren. Die 17-jährige Leandra Schiel, die 18-jährige Carolin Klein und die 16-jährige Nette Klein vom TV Kaldauen testeten gemeinsam die Laufbahnen aus. „Es ist sehr angenehm, auf dem neuen Boden zu laufen, kein Vergleich zu den alten Bahnen“, berichteten sie nach dem ersten Lauf. Der Bodenbelag der Laufbahnen sei so beschaffen, dass man darauf besonders schnell laufen könne, erklärt Ingenieur Fischer. Und: „Die nächsten 40 Jahre sollten die Laufbahnen nun sicherlich halten.“