Bürgerinformation für die Höhenorte

Dörflicher Charakter der Höhenorte soll erhalten bleiben

Siegburg. Stadt Siegburg informiert Bürger über den Stand des Dorfentwicklungskonzept für die Orte Braschoss, Schneffelrath, Schreck und Heide. Stadtteile sollen sich nicht weiter ausdehnen.

Auch bei der zweiten Informationsveranstaltung zum Dorfentwicklungskonzept der Siegburger Höhenorte am Montagabend war das Interesse der Bürger groß. Bürgermeister Franz Huhn und die Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger informierten über den derzeitigen Stand des Konzepts zur zukünftigen Entwicklung der Orte Braschoss, Schneffelrath, Schreck und Heide.

Wie bereits berichtet, steigt die Bevölkerungszahl in Siegburg seit Jahren stetig an. Das hat zur Folge, dass Wohnraum knapp und teuer wird. Zusätzlich entstehen in Siegburg viele neue Häuser und Wohnungen – auch in den Höhenorten. Nun wird diskutiert, wie dort die städtebauliche Entwicklung aussehen soll, um die dörfliche Struktur der Orte zu erhalten. Der Planungsausschuss hatte die Bauverwaltung mit der Erstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes beauftragt. Erste Ergebnisse hatte die Stadt dem Planungsausschuss im November 2017 vorgestellt.

Günstiger Wohnraum dank drei Geschossen

Bei einer Informationsveranstaltung im Januar 2018 hat die Stadt die Bürger erstmals über das Konzept informiert. Seitdem sind rund 23 Stellungnahmen zum Teilbereich „Wohnen“ aus der Bürgerschaft eingegangen, die von der Bauverwaltung geprüft und teilweise in das Konzept aufgenommen worden sind. Die Ergebnisse präsentierte Guckelsberger am Montagabend in der Gaststätte „Zum Turm“ in Siegburg. „Wir haben teils sehr konkrete Anregungen, auch seitens des Arbeitskreises aus Braschoss, erhalten“, erläuterte die Technische Beigeordnete.

Das überarbeitete Konzept sieht nun vor, dass die räumliche Ausdehnung der Orte nicht erweitert wird und die Bevölkerung in den Höhenorten nicht mehr wesentlich anwächst. Dies entspreche der überwiegenden Meinungen aus den Stellungnahmen, berichtete Guckelsberger. Die Baulücken innerhalb des Dorfes sollen geschlossen werden. „Wir setzen auf Innenentwicklung vor einer Außenentwicklung“, erklärte Guckelsberger das Konzept. Für neue Gebäude sieht das Entwicklungskonzept an der B 56 eine maximale Höhe von drei Geschossen vor. „Wir möchten hier günstigen Wohnraum schaffen“, sagte Guckelsberger. An der Braschosser Straße seien größtenteils maximal zwei Geschosse und in den Nebenstraßen ein Geschoss geplant. Auch die Wohneinheiten an der Braschosser Straße und in den Nebenstraßen sollen in Zukunft begrenzt werden. An der B 56 sei jedoch keine Begrenzung der Wohneinheiten geplant.

„Hier gehen die Meinungen der Stadt und der Bürger am meisten auseinander. Wir möchten jedoch auch in den Höhenorten ein differenziertes Wohnangebot bieten“, erklärte Guckelsberger. Es sei ein richtiger Schritt in der Wohnraumentwicklung behutsam vorzugehen, meinte Huhn. „Der Bereich 'Wohnen' ist nun inhaltlich abgehakt. Ich nehme als Trend mit, dass das Vorgehen von den Bürgern getragen wird“, so der Siegburger Bürgermeister.

Das Teilkonzept wird nun Ende Juni dem Planungsausschuss vorgelegt. Die Themen Infrastruktur und Mobilität sowie Grün-Entwicklung werden noch bearbeitet. Darin sollen auch die Vorschläge zur Parkplatzsituation einfließen. Eine weitere Bürgerinformation ist für kommenden Herbst geplant.

Im Zuge der Veranstaltung informierte Guckelsberger zudem über die Regionale 2025 und den Faustballplatz des Braschosser TV. Dem Verein wurde der Pachtvertrag für den Sportplatz gekündigt. Nun haben sie Bauvoranfragen für zwei neue Flächen gestellt. In Absprache mit dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Wahnbachtalsperrenverband müssten aber erst der Lärm- und der Gewässerschutz geklärt werden. Für die Regionale 2025 plane Siegburg eine Kooperation mit den Kommunen Neunkirchen-Seelscheid und Lohmar.