Stadtentwicklung in Siegburg

Dörfliche Struktur der Höhenorte soll erhalten bleiben

Siegburg. Die Höhenorte Braschoß, Scheffelrath, Schreck und Heide sind ebenso wie Siegburg in den letzten Jahren um Häuser und Wohnungen gewachsen. Wie die Entwicklung der Höhenorte weitergehen soll, steht jetzt zur Diskussion.

In den vergangenen Jahren sind in der Kreisstadt viele Häuser und Wohnungen entstanden, auch in den dazugehörigen Höhenorten Braschoß, Schneffelrath, Schreck und Heide. Nun wird darüber diskutiert, welche weitere städtebauliche Entwicklung diese Höhenorte erfahren sollen.

Während die Bevölkerungsentwicklung in Nordrhein-Westfalen weitgehend stagniert, steigt die Bevölkerungszahl in Siegburg seit Jahren stetig an. Die Anzahl derer, die nach Siegburg ziehen, ist deutlich größer als die der Menschen, die von dort wegziehen. Das bedeutet gleichzeitig, dass Wohnraum knapp wird und die Kosten für Wohnungen sowie für Grundstücke steigen.

In den vergangenen Jahren sind in der Kreisstadt viele Häuser und Wohnungen entstanden, auch in den dazugehörigen Höhenorten Braschoß, Schneffelrath, Schreck und Heide. Nun wird darüber diskutiert, welche weitere städtebauliche Entwicklung diese Höhenorte erfahren sollen.

Der Planungsausschuss des Stadtrates hat daher die Bauverwaltung mit der Erstellung eines Dorfentwicklungskonzepts beauftragt. Das ist notwendig, um einzelne Bebauungspläne daraus zu entwickeln. Erste Analyseergebnisse und Betrachtungen wurden dem Planungsausschuss in seiner Sitzung am 21. November 2017 vorgestellt, den Bürgern in einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend in der Gaststätte „Zum Turm“ in Braschoß.

Bürgermeister Franz Huhn und die Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger verwiesen dabei mehrmals darauf hin, dass es sich um „ein mögliches Konzept für ein Konzept“ handele und keinesfalls schon etwas beschlossen sei. Denn viele Besucher im komplett gefüllten Raum äußerten ihre Sorge, dass etwas über ihre Köpfe hinweg entschieden werden könne oder bereits beschlossene Sache sei.

Behutsame Weiterentwicklung wird forciert

Viele befürchten nämlich den Verlust der dörflichen Strukturen und der damit verbundenen Lebensqualität in den Orten. Huhn versicherte den Dorfbewohnern, dass selbstverständlich weder Rat noch Verwaltung gegen die Interessen der Bevölkerung handeln würden. Man wolle gemeinsam beraten, ob der jetzige Zustand beibehalten werden solle, man eine „behutsame“ Weiterentwicklung oder auf jeden Fall Wachstum in den Höhenorten wünsche und forciere. Er selbst habe jedenfalls nicht die Absicht, die Stadt um jeden Preis zu vergrößern, denn das bedeute auch einen riesigen Aufwand, um die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Guggelsberger zeigte zunächst den auf Karten eingezeichneten Status quo der Bebauung inklusive Geschosshöhen, Anzahl der Wohneinheiten sowie potenzielle Bauflächen und erläuterte alle baurechtlichen Voraussetzungen für Veränderungen.

Der Bürgermeister fragte im Anschluss an diese Präsentation gezielt nach der Meinung des Auditoriums zum möglichen „Wo“ und „Wie“ einer zukünftigen Bebauung. Mit großer Mehrheit lehnten die Zuhörer im Saal dabei die gesamte Bebauung einer Großfläche von rund 14 Hektar entlang der B 56 am westlichen Rand des Neubaugebiets Kornblumenweg in Braschoß ab, etwa die Hälfte konnte sich aber eine teilweise Bebauung vorstellen.

Die überwiegende Zahl der Zuhörer stimmte dafür, die derzeit dominante Geschosszahl in den Orten beizubehalten. Viel Wert wurde auf das Wort „dominant“ gelegt, denn „Ausreißer nach oben“ sollen zukünftig vermieden werden. Ganz konkrete Forderungen, die sie zusammen mit rund 50 Dorfbewohnern aus allen Höhenorten erarbeitet hat, präsentierte Eva Teichmann aus Braschoß. Die Vorschläge reichten von Maßnahmen zur Entspannung der bestehenden Verkehrssituation in den vier Orten bis zur Festlegung von Geschossen und Wohneinheiten an verschiedenen Straßen der jeweiligen Wohngebiete. „Unabdingbar“ ist nach den Worten Teichmanns bei allen Plänen „die dörfliche Struktur aus Landwirtschaft, Wohngebiet und Kleingewerbe zu erhalten.“ Dafür gab es viel Applaus von allen Anwesenden.

Die Bauverwaltung wird nun die Vorschläge der Bürger prüfen und umsetzen, dann in einer der nächsten Sitzungen dem Planungsausschuss und anschließend wiederum den Bürgern bei einer weiteren Informationsveranstaltung präsentieren.