Bundeswehr

Bundeswehramt für Logistik verabschiedet sich mit großem Appell

Abschied des Logistikamtes: Generalleutnant Manfred Engelhardt und Brigadegeneral Franz Weidhüner schreiten die Front ab.

SANKT AUGUSTIN. So ein Umzug eines Amtes an sich ist schon eine große logistische Herausforderung. Das "Kofferpacken" läuft derzeit beim Amt für Logistik in Sankt Augustin auf Hochtouren. Am Ende des Jahres wird das Bundeswehramt außer Dienst gestellt.

Bis dahin muss aber auch die Logistik für die Streitkräftebasis des Heeres, vor allem auch für die international tätigen Einheiten, die etwa in Afghanistan ihren Dienst tun, aufrecht erhalten werden - eine Mammutaufgabe. In Feierlaune sind die rund 570 Bediensteten, darunter 180 zivile, nicht. Dennoch wurde am Donnerstag offiziell Abschied gefeiert, mit einem letzten Appell und einem Empfang.

"Dieses Amt hat in seiner 55-jährigen Geschichte seinen Beitrag zur Funktionstüchtigkeit der Bundeswehr und somit zur Sicherung des Friedens in der Welt geleistet", würdigte Amtschef und Brigadegeneral Franz Weidhüner die Arbeit seiner Mitarbeiter vor zahlreichen Vertretern aus Politik, Kirchen und Wirtschaft. Bürgermeister Klaus Schumacher übergab Weidhüner die Flagge mit der heiligen Barbara, der Schutzpatronin des Amtes. "Dieser Schlusspunkt berührt uns, die Menschen unserer Garnisonsstadt und die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn gleichermaßen", sagte Weidhüner.

In 55 Jahren seien dort nicht nur Wurzeln geschlagen, sondern Beziehungen geknüpft und vertieft worden. Im Zuge der Bundeswehrreform wird das Amt aufgelöst und die Logistik der Bundeswehr zentral vom neu geschaffenen Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung von Koblenz aus gesteuert. Das Datenmanagement, das in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet worden ist, geht eins zu eins zum Logistik-Kommando nach Erfurt.

Die Bediensteten wechseln zu einem großen Teil nach Koblenz, andere werden nach Erfurt versetzt. "Wir haben aber sehr darauf geachtet, den Wünschen der Mitarbeiter Rechnung zu tragen, dass sie, so weit es geht, auf Dienststellen in der Region wechseln können", sagte Weidhüner, der als Chef der Logistikschule schon kommende Woche nach Bremen versetzt wird.

"Wir haben sicher eine große Fluktuation in der Region. Aber der Bundeswehrstandort Bonn und Rhein-Sieg-Kreis wird nicht geschwächt", sagte Generalleutnant Manfred Engelhardt, Befehlshaber des Streitkräfteunterstützungskommandos in Köln, dem das Logistikamt unterstellt ist. Er dankte Weidhüner für dessen "herausragende Leistungen" als Amtschef. Die Liegenschaft in Sankt Augustin bleibt nicht ungenutzt. In die Räume ziehen die 440 Bediensteten der Abteilung V des Amtes für Personalmanagement ein. Das Amt wird auf die Standorte Sankt Augustin, Bonn, Köln und wohl auch Siegburg verteilt.

Das Logistikamt:

Im Logistikamt in Sankt Augustin laufen alle Material-Informationen für die Streitkräfte der Bundeswehr zusammen. Es hat die Materialverantwortung für den Inspekteur des Heeres, katalogisiert das Material und koordiniert den Bereich Rüstung und Nutzung.

Das Amt wurde 1957 als Materialamt der Streitkräfte aufgestellt und ein Jahr später in "Materialamt" der Bundeswehr umbenannt. Es hatte zu der Zeit eine Personalstärke von 1000 Soldaten und zivilen Mitarbeitern. 1997 änderte sich die Bezeichnung in "Logistikamt der Bundeswehr". Heute sind dort noch 570 Bedienstete beschäftigt, darunter 180 zivile Mitarbeiter.