Kommentar zum verheerenden Brand

Beeindruckende Hilfsbereitschaft für Brandopfer in Siegburg

Manu Gardeweg organisiert die Sammlung von Sachspenden für die Brandopfer.

Manu Gardeweg organisiert die Sammlung von Sachspenden für die Brandopfer.

SIEGBURG. Nach dem verheerenden Brand in Siegburg ist die Anteilnahme mit den Opfern beeindruckend. Schön wäre es nun, wenn die Solidarität noch durch Zivilcourage ergänzt würde, findet GA-Redakteurin Sylvia Binner.

Das Entsetzen und die Anteilnahme sind groß am Tag nach dem Großband in Siegburg-Brückberg. Die Menschen in der Region fühlen mit, weil das Feuer 32 Opfer verletzt zurückgelassen hat und neun Wohnhäuser ein Raub der Flammen geworden sind. Ob beim Brötchenholen oder in den sozialen Netzwerken – die Bürger artikulieren ihr Mitgefühl. Und mehr noch: Sie wollen helfen – ob durch Geldspenden, mit Sachmitteln wie Möbeln oder Kleidung oder durch handfestes Anpacken bei Aufräumarbeiten und Wiederaufbau.

Die Angebote sind vielfältig. Die Stadt Siegburg richtet ein Spendenkonto ein, andere Initiativen ziehen nach und bieten sich als Sammelstelle für Hilfsgüter an. Eine Welle der Hilfsbereitschaft, bei der es sicher nicht ganz leicht sein wird, diese sinnvoll zu koordinieren. Denn nicht immer führt guter Wille auch zum guten Ergebnis.

Und dennoch beschleicht einen das Gefühl des Stolzes, in einer Region, ja auch in einer Gesellschaft zu leben, die zueinander steht, wenn Not am Mann ist. Die warmherzig ist, helfen, sogar teilen will. Ein Gefühl, das in den vergangenen Wochen und Monaten manchmal abhanden gekommen zu sein schien, wenn es nicht um die Not in der direkten Nachbarschaft ging, sondern um Ertrinkende im Mittelmeer oder das Elend in fernen Weltregionen.

Wie schön wäre es, diese Solidarität zu hegen und zu pflegen. Sie um die Zivilcourage zu ergänzen, denjenigen Paroli zu bieten, die sich im Netz oder auf der Straße selbst bei einem Brand wie in Siegburg als Gaffer oder Störenfriede entpuppen. Die Opfer werden es zu schätzen wissen.