Bauarbeiten ab 2018

BUND kritisiert Verfahren zur Sanierung der A3

RHEIN-SIEG-KREIS. Die A3 wird ab Frühjahr 2018 zwischen dem Kreuz Heumar und der Anschlussstelle Bad Honnef/ Linz saniert. Es kommt dadurch zu Sperrungen. Nun kritisiert der BUND das Verfahren und die Maßnahmen.

Die Kreisgruppe Rhein-Sieg des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert ein Planfeststellungsverfahren mit Einbindung der Bevölkerung und der kommunalen Räte bei der anstehenden Sanierung der Autobahn A 3. Wie berichtet, plant der Landesbetrieb Straßen NRW, die A 3 auf der Strecke zwischen Köln-Heumar und Bad Honnef zu sanieren.

Vorgesehen ist eine komplette Erneuerung der rund 40 Kilometer langen Fahrbahn. Zudem werden Brücken und Lärmschutzwände saniert. Die Sanierungsarbeiten sind in fünf Bauabschnitte aufgeteilt und sollen im Frühjahr 2018 beginnen, teilte Landesbetrieb-Sprecherin Sabrina Kieback mit.

Laut BUND soll die Planung nach derzeitigem Stand ohne Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen. Das kritisiert der BUND. Auf der rund sechs Kilometer langen Strecke zwischen Lohmar und dem Autobahnkreuz Bonn/Siegburg sollen sieben Brücken ausgetauscht und sechs weitere wieder instand gesetzt werden. Insbesondere die Sanierung der Lärmschutzwände und die Neubauten der Brücken seien von großem öffentlichen Interesse, so der BUND. Zudem durchkreuzt die A 3 einige Naturschutzgebiete, was die Arbeit des Biotopverbundes zur Sicherung und Wiederherstellung von zusammenhängenden Biotopen behindere.

Betonmittelstreifen statt Leitplanken

Straßen NRW plane auf dem Streckenabschnitt anstelle von Leitplanken ein Meter hohe Betonmittelstreifen zu errichten. Dadurch könne kein Tier mehr die Autobahn überqueren, so der BUND. „Es muss nun eine Planung entwickelt werden, die alte Fehler korrigiert und die Zerschneidungswirkung der A 3 für Mensch und Natur deutlich mindert“, sagt der Sprecher des BUND Rhein-Sieg, Achim Baumgärtner.

Zudem sieht der BUND Änderungsbedarf bei der Planung der Brücke im Bereich des Deponiegeländes in Sankt Augustin. Die Breite der darunter befindlichen Gemeindestraße reiche nicht aus, um den Lastwagen- und den Fahrradverkehr sicher zu trennen. Ähnliche Gefahren bestehen bei anderen rücken der A 3 in Lohmar, Siegburg und Sankt Augustin.

Einen weiteren Kritikpunkt sieht der BUND Rhein-Sieg bei der Planung eines Durchlasses des Rothenbaches zwischen dem Lohmarer Wald und der Aggeraue. Zurzeit befindet sich dort ein 40 Zentimeter großes Rohr, das unter der A 3 verläuft. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten soll dieses um 10 bis 20 Zentimeter verbreitert werden. Das reicht laut BUND aber nicht aus. Durch einen Neubau eines natürlich angelegten Durchlasses könnten Verbesserungen im Biotopverbund erzielt werden.