Kommentar zur Regionale 2025

Aus Fehlern lernen

Blick durch das Katharinentor: Stadt Blankenberg soll mit der Regionale aufgewertet werden.

Blick durch das Katharinentor: Stadt Blankenberg soll mit der Regionale aufgewertet werden.

Rhein-Sieg-Kreis. Eine Regionale bietet Kommunen und Kreisen im Verbund die große Chance, strukturschwache Regionen zu entwickeln und zukunftsfähig zu machen. Die Stadt Bonn hat mit Blick auf die Regionale 2010 diese Chance verpasst.

Eine Regionale bietet die einmalige Chance, Dinge anzupacken, die für eine einzelne Kommune eine Nummer zu groß sind oder die nur über Stadtgrenzen hinweg funktionieren. Es geht um die Zukunft, nach dem Motto „jetzt oder nie“. Schon die Regionale 2010 hat gezeigt, dass man sich mit Industriebrachen oder Bausünden nicht abfinden muss. Bestes Beispiel ist die Neugestaltung des Drachenfels-Plateaus.

Man kann aber auch aus Fehlern lernen, Beispiel „Grünes C“: Hier richtete sich die geballte Kritik gegen Betonbänke und Schautafeln, die im Grüngürtel zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis aufgestellt wurden. Dabei sind sie das Ergebnis eines langen, demokratischen Prozesses. Die Politik war genauso an der Auswahl der Möbel beteiligt wie die Bürger. Statt sich darüber zu freuen, dass die Freiräume zwischen den Kommunen durch das „Grüne C“ gesichert sind, ging es nur noch um die Bänke. Wir lernen: Wenn die Sachen erst mal gebaut sind, ist es zum Meckern zu spät. Besser vorher genau hinschauen und mitreden.

Was wir auch gelernt haben: Man muss schon zugreifen und die notwendigen politischen Beschlüsse fassen, um Geld vom Land zu bekommen. Die Bonner haben immer noch ihr Wettbewerbsergebnis der Regionale 2010 für die Neugestaltung des Rheinufers in der Schublade liegen. Man wollte erst auf das geschenkte Festspielhaus warten und den Investoren nicht vorgreifen. Heute muss man sagen: Chance verpasst. Bonn blamiert sich im Beethovenjahr 2020 ohne Beethovenhalle und Festspielhaus und kann am Rheinufer höchstens die alten Betonkübel neu bepflanzen.