Richard Beitzen

Arzt in Siegburg findet Nachfolgerin für verschenkte Praxis

Der Siegburger Allgemeinmediziner Richard Beitzen verschenkt seine Praxis in Kaldauen an eine Nachfolgerin.

Der Siegburger Allgemeinmediziner Richard Beitzen verschenkt seine Praxis in Kaldauen an eine Nachfolgerin.

Siegburg. Vor drei Monaten hat Richard Beitzen seine Praxis in Kaldauen als Geschenk angeboten. Jetzt hat der Allgemeinmediziner eine Nachfolgerin gefunden.

Richard Beitzen hat sein Ziel erreicht. Wie berichtet, hatte sich der Allgemeinmediziner nach einer fünf Jahre währenden erfolglosen Suche nach einem Nachfolger im Februar entschlossen, seinen Anteil an einer Praxisgemeinschaft im Siegburger Stadtteil Kaldauen zu verschenken. Ein Angebot, das bundesweit Wellen schlug und ihm schon nach wenigen Stunden mehrere Bewerbungen einbrachte. Nach vielen Gesprächen hat er nun eine Nachfolgerin gefunden. „Wir haben am Montag den Vertrag unterschrieben“, sagte Beitzen am Dienstag auf Nachfrage. Jetzt müsse zunächst der offizielle Weg beschritten werden, erklärt er, warum er den Namen der Ärztin noch nicht publik machen möchte. Nur so viel: Es ist eine Allgemeinmedizinerin, die in Siegburg aufgewachsen ist.

„Es ist eine riesige Erleichterung“, sagt Beitzen. Er könne sich aus seiner Praxis zurückziehen und wisse seine Patienten - er versorgt im Quartal rund 1000 Menschen - gut versorgt. Zum 1. Januar 2019 werde sein Name nicht mehr an seiner 1986 eröffneten Praxis stehen. Hinter dem 67-Jährigen liegt ein langer Weg. Wie berichtet, hatte er 2013 schon eine Nachfolgerin gefunden. „Es hat sich aber herausgestellt, dass sie nicht geeignet war für die Selbstständigkeit“, sagt der Arzt für Allgemein- und Sportmedizin sowie Chirotherapie.

Der Vertrag wurde aufgelöst, und eine lange Suche begann. Sein Sitz ist bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und bei Praxismaklerbüros ausgeschrieben, aber nur fünf Interessenten meldeten sich in drei Jahren. Übergabegespräche verliefen im Sand. Die Idee, seine Praxis zu verschenken, bezeichnete Beitzen als letzten Versuch. Ganz geschenkt erhält die Nachfolgerin sie dann doch nicht. „Ein Sachverständiger hat sie mit 150.000 Euro bewertet“, so der Mediziner. Etwa 35.000 davon entfielen auf Materielles wie Möbel, Praxisausstattung und medizinische Geräte. So viel wolle er als Ablöse.

Sein Angebot fand Anklang. Die Bewerbungen sichtete Beitzen mit seiner Kollegin in der Praxisgemeinschaft. „Zwei Bewerberinnen waren im Endspiel“, so der 67-Jährige. Die Entscheidung sei am Ende zusammen mit dem ganzen Praxisteam gefallen. Am Montag habe er seine Nachfolgerin der KV gemeldet und um ein verkürztes Verfahren gebeten. Eine Entscheidung des Zulassungsausschusses erwartet er Ende Juli.