Michaelsberg in Siegburg

Archäologen finden Bombe bei Grabungsarbeiten

Siegburg. Sie waren auf der Suche nach den Überresten einer schwedischen Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert - und stießen auf Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg: Am Montagnachmittag hat ein archäologisches Ausgrabungsteam oberhalb des Parkplatzes am Oberen Michaelsberg in Siegburg ein Kampfmittel gefunden.

"Es könnte sich um eine Phosphorstabbombe handeln", vermutete Projektleiter Markus Plum. Der Archäologe und seine Kollegen waren vom Erzbistum Köln beauftragt worden, im Rahmen einer Sachverhaltsermittlung Testgrabungen am Michaelsberg vorzunehmen. "Im Zuge der anstehenden Bauarbeiten müssen hier einige Dinge untersucht werden", erklärte Plum.

Ab dem kommenden Jahr soll die alte Abtei auf dem Michaelsberg für den Einzug des Katholisch-Sozialen Instituts (KSI) umgebaut werden, was auch Tiefbauarbeiten am Osthang des Berges mit sich bringen wird. Konkret ging es bei der Grabung um eine schwedische Befestigungsanlage, die im Dreißigjährigen Krieg errichtet und in den 1670er Jahren auf Befehl des Herzogs wieder abgetragen wurde.

Tatsächlich stießen die Archäologen der Grabungsfirma ArGePro GmbH aus Kerpen-Buir aber gegen 15.30 Uhr auf eine etwa 20 Zentimeter große Granate. Markus Plum transportierte die Bombe auf eine nahe gelegene Treppe, von wo aus der Kampfmittelräumdienst sie später abholte.

Feuerwehr, das Ordnungsamt der Stadt Siegburg und die Polizei wurden verständigt. Gefahr habe jedoch nicht bestanden. "Die Granate hatte ja keinen Zünder mehr, ansonsten hätte ich sie gar nicht erst angefasst", sagte Plum.

Für den Archäologen war es nicht das erste Mal, dass er mit Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg zu tun hatte: "Gerade im Rheinland ist das ja nicht ungewöhnlich, hier wurde ja flächendeckend bombardiert", erklärte er. Vor allem die Phosphorstabbomben seien in der Endphase des Krieges massenweise abgeworfen worden, um Häuser in Brand zu setzen.