Lüghausen-Areal in Siegburg

Anwohner befürchten Verkehrschaos

Noch führt die Brücke ins Leere: Sie soll das Fachmarktzentrum erschließen. Zu den Häusern geht es über die Brückbergstraße (hinten).

Noch führt die Brücke ins Leere: Sie soll das Fachmarktzentrum erschließen. Zu den Häusern geht es über die Brückbergstraße (hinten).

SIEGBURG. Vier zusätzlich geplante Mehrfamilienhäuser verunsichern die Nachbarn des Lüghausen-Geländes in Siegburg. Die Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger beruhigt: "Wir nehmen die Sorgen ernst."

Mit Sorge blicken die Anwohner der Brückbergstraße auf das frühere Lüghausen-Gelände. Vor allem auf die aktuellen Pläne, die Leben auf das brach liegende Areal zwischen Brückberg-, Wilhelmstraße, Zum Hohen Ufer und Mühlengraben bringen sollen. Regenwasser, das die Straße flutet, Dreck und Krach der laufenden Bauarbeiten sind das eine. Hinzu kommt der geplante Bau von vier weiteren Mehrfamilienhäusern. „Niemand kann uns sagen, wie der zusätzliche Verkehr über unsere ohnehin schon enge Straße abgewickelt werden soll“, sagt Jutta Laege. Auf ihre Eingaben bei der Stadt habe niemand reagiert. So gehe es auch Nachbarn. „Wir wollen Antworten haben“, sagt Laege.

Die kann die Verwaltung während des Verfahrens nicht geben, erklärt die Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger. Wie berichtet, plant Lidl seit Jahren ein Fachmarktzentrum nebst Wohnbebauung auf dem Gelände. Während die vier Stadthäuser mit 44 Eigentumswohnungen stehen, fehlt vom Fachmarktzentrum jede Spur. Zuletzt hatte Lidl dessen Fläche deutlich reduziert. Neben einem Discounter sollen nur noch drei statt sechs Geschäfte einziehen. Dafür sollen vier weitere Mehrfamilienhäuser mit 54 Wohnungen entstehen. Der Bebauungsplan wurde entsprechend geändert. Die Offenlage ist abgeschlossen.

„Es sind noch viele fachliche Fragen abzuklären“, sagt Guckelsberger. Der Bebauungsplan sei so nicht beschlussfähig, eine Entscheidung stehe vermutlich erst im Planungsausschuss im Dezember an. Alle Eingaben und Anregungen würden ausgewertet und bearbeitet. „Wir nehmen die Sorgen ernst“, betont sie. Das kommt bei den Anwohnern so nicht an. „Es wird an uns vorbei geplant“, spricht Laege für ihre Nachbarn. Die wollen wissen, wie sich die Stadt den Verkehr in der kleinen Brückbergstraße vorstellt. Über die Straße soll neben den vier Stadthäusern eines der neu geplanten Häuser erschlossen werden.

„Wir haben uns viele Gedanken über den Verkehr gemacht“, sagt Guckelsberger. Am Einmündungsknoten zur Wilhelmstraße stehe der Verkehr schon jetzt zu Stoßzeiten, die Situation verschlechtere sich durch einen Neubau aber nicht. „Wir rechnen mit 15 zusätzlichen Autos durch das Wohnhaus“, sagt sie. Dafür fielen die vielen Wildparker weg, die derzeit die 30 kostenfreie Stellplätze an der Brückbergstraße nutzten.

„Wir saufen ab“, äußern die Bewohner der Brückbergstraße ihre zweite große Sorge. Bei einem starken Regenschauer im Juli lief das Wasser vom Baugrundstück auf ihre Straße. Sie wendeten sich an die Stadt, die reagierte. „Wir haben beim Bauherrn sofort eine Nachbesserung eingefordert“, sagt Stephan Marks, Leiter des Planungs- und Bauaufsichtsamtes. Der Bauherr errichtete einen minimalen Wall. Ob der ausreicht, bleibt abzuwarten. Die Stadt beobachtet die Entwässerung, sagt Guckelsberger. Im Notfall müsse weiter nachgebessert werden.