Kommentar zum Schulzentrum Neuenhof

An den Grenzen

Streitobjekt: Das Schulzentrum Neuenhof

Streitobjekt: Das Schulzentrum Neuenhof

Siegburg. Das Selbstbewusststein der Kreisstädter ist groß, ganz anders als ihre Fläche von 23 Quadratkilometern. Das ist die kleinste unter den Kreis-Kommunen. Diese Beengtheit führt bei Planungen jetzt schon zu Konflikten.

Die Region boomt, ist attraktiv, kann mit weiterem Zuzug rechnen. Das ist durchaus erfreulich, gerade wenn man sich andere, strukturarme Gegenden in Deutschland anschaut. Doch die Beliebtheit der Städte ist Fluch und Segen zugleich. Die Bonner merken es beispielsweise an den mangelnden Möglichkeiten, Gewerbeflächen zu entwickeln – ganz einfach, weil der Platz endlich ist. Im Rhein-Sieg-Kreis dürften die Siegburger mit die ersten sein, die an ihre Grenzen stoßen.

Das Selbstbewusststein der Kreisstädter ist groß, ganz anders als ihre Fläche von 23 Quadratkilometern. Das ist die kleinste unter den Kreis-Kommunen. Diese Beengtheit führt bei Planungen jetzt schon zu Konflikten, ja zu einer gewissen Aufgeregtheit. Festmachen lässt sich das etwa an der Debatte um das in die Jahre gekommene Schulzentrum Neuenhof. Eine Sanierung am bewährten, namensgebenden Standort wäre die schnellste und pragmatischste Lösung. Und doch wird an eine Verlagerung der Schule gedacht. Dabei stehen weniger pädagogische oder praktische Erwägungen im Vordergrund, sondern vielmehr städtebauliche, letztlich auch finanzpolitische. Wo lässt sich noch Wohnraum schaffen? Wo noch Gewerbe? Es scheint, als ob jeder Quadratmeter gedreht und gewendet wird. Dann weiter: Wo bekommen wir potente Gewerbesteuerzahler her? Wo schaffen wir bezahlbaren Wohnraum? Inwieweit soll der soziale Wohnungsbau erweitert werden? Sollte man nicht lieber verstärkt Gutverdiener nach Siegburg holen, die Geld mitbringen? Wie viel Verdichtung tut der Stadt gut? Wie viel Wachstum braucht sie überhaupt noch?

All diese Fragen stehen im Raum. Es würde sich lohnen, sie in einer umfassenden Bestandsaufnahme zu bündeln und dann Ziele für die künftige Entwicklung der Stadt zu definieren. Siegburg braucht einen Masterplant, der Potenziale ebenso wie Grenzen aufzeigt.