Per Rad durch den Rhein-Sieg-Kreis

800 Teilnehmer starten in Siegburg zur Radtouristikfahrt

Siegburg. Besonders Ehrgeizige nahmen sich gleich den Marathon vor. Rund 100 Helfer des Radfahrervereins 1894 kümmerten sich an den Strecken zwischen 45 und 210 Kilometern um die Teilnehmer.

Joachim Hofferek steht mit einem kleinen Tisch auf dem Parkplatz der Sporthalle des Anno-Gymnasiums in Siegburg. Er hat alle Hände voll zu tun, alle paar Sekunden hält eine Gruppe Radfahrer bei ihm an. Hofferek gibt jedem einen Stempel auf einen Zettel und wünscht eine gute Fahrt. Dann begeben sich die Radler auf eine Tour von 45 bis zu 210 Kilometern Länge. Rund 800 Sportler aus dem ganzen Rhein-Sieg-Kreis sind an diesem Sonntag bei der Radtouristikfahrt (RTF) sowie zum 12. Siegburger Radmarathon des Radfahrervereins 1894 Siegburg (RV) gestartet.

Hofferek ist zweiter Vorsitzender des RV. Er überprüft, ob die Radfahrer einen Helm tragen und unterhält sich mit ihnen über die Wetterverhältnisse für den Tag. „Die Sonne und die kühle Luft sind perfekt für die Radtouren. Hoffentlich wird es später nicht zu schwül“, meint er.

In die Pedale treten und abschalten

Zu seiner Stempel-Station kommt auch Helmut Elfgen. Er ist Vorsitzender des Radsportbezirks Mittelrhein Süd und fast jedes Wochenende auf einer Tour. „Beim Radfahren kann ich richtig gut abschalten. Gerade bei der RTF, wenn die Strecken ausgeschildert sind, brauche ich mich um nichts zu kümmern“, sagt der 67-Jährige. Müde werde er nicht während des Fahrradfahrens, das sei reine Kopfsache. Man müsse nur planen können, wie viele Kilometer man noch vor sich hat.

Elfgen fährt heute 72 Kilometer. Dafür brauche er rund drei Stunden, sagt er. Die Teilnehmer bei der RTF können zwischen vier Strecken unterschiedlicher Länge wählen. Für den Radmarathon sind 210 Kilometer zurückzulegen. RV-Mitglied Hans-Peter Eller hat die Strecken geplant. Sie sind ausgeschildert und führen über meist verkehrsarme Straßen durch den Kreis, das Bergische Land und teils den Westerwald. Nach jeweils rund 30 Kilometern gelangen die Radfahrer zu Kontrollstellen, an denen sie sich stärken können.

Verein sucht Nachwuchs

Eller ist einen Tag zuvor die komplette Marathon-Strecke abgefahren und hat die Schilder für die Radfahrer aufgehängt. Nach der Veranstaltung fährt er die Strecke noch einmal, um die Schilder wieder abzuhängen. Der 57-Jährige macht seit seiner Jugend Radsport. „Leider kommt nicht mehr viel Jugend im Verein nach“, bedauert er. Jeder Radsportverein habe Probleme mit dem Nachwuchs. Der Jugend fehle heute oft die Zeit oder sie entscheide sich für ein moderneres Angebot in der Vereinswelt, meint Eller. Immerhin waren unter den rund 800 Teilnehmern an der Siegburger RTF und dem Radmarathon 40 Jugendliche. Das freut vor allem Vereinsvorsitzende Miriam Maubach: „Das ist eine große Entwicklung, letztes Jahr waren fast gar keine Jugendlichen mit dabei.“

Die 57-Jährige kommt am Sonntag kaum zur Ruhe. Sie hat das Rad-Event organisiert, kümmert sich um die Belange des Vereins und ist zusätzlich für die Kasse zuständig. Rund 100 ehrenamtliche Helfer hat sie für die Durchführung der Radtouristikfahrt zusammengetrommelt. Es sei schon eine Menge Arbeit, sagt sie, aber bei den vielen Teilnehmern und den 40 Jugendlichen Radfahrern sehe sie sich dafür belohnt. Trotzdem wünsche sie sich, dass noch mehr Jugend nachkomme.

Der 26-jährige Lars Buschmann gehört am Sonntag zu den jüngeren Teilnehmern. Der Bonner gehört keinem Rad-Verein an. „Ich mache das eher als Hobby und Ausgleich zur Uni und zur Arbeit.“ An diesem Tag fährt er die Strecke von 45 Kilometern Länge.

Die Sporthalle am Anno-Gymnasium ist nicht nur Start-, sondern auch Zielpunkt. Seit 6.30 Uhr starten dort die Radler. Um 12 Uhr kommen die ersten schon wieder an und stärken sich dann mit dem vorbereiteten Essen der ehrenamtlichen Helfer. Wer im Radfahrerverein 1894 Siegburg aktiv werden möchte, kann sich bei der Vorsitzenden Miriam Maubach per E-Mail an maubachm@gmx.de melden oder sich im Internet unter www.rv-siegburg.de informieren.