Hilfe für psychisch kranke Menschen

25-jähriges Jubiläum der Johanneshaus-Gesellschaft

Winfried Motter (rechts) überreichte Peter Graf von Pfeil und Petra Steil ein symbolträchtiges Rad.

Winfried Motter (rechts) überreichte Peter Graf von Pfeil und Petra Steil ein symbolträchtiges Rad.

Siegburg. Johanneshäuser der Malteser und Johanniter geben Klienten im Rhein-Sieg-Kreis eine feste Tagesstruktur. Sie bestehen seit 25 Jahren, was die Johannesgesellschaft mit einem Festakt im Siegburger Aulhof feierte.

Vor 25 Jahren haben die beiden großen Orden der Johanniter und Malteser ein gemeinsames Projekt – Hilfe und Beratung für Menschen mit psychischen Erkrankungen in allen Lebenssituationen – angestoßen und dazu die gemeinnützige Johanneshaus-Gesellschaft gegründet. Am Freitag wurde der Zusammenschluss von 1992 im Aulhof in Siegburg mit einer Feier begangen. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Peter Graf von Pfeil, betonte, alle Mitarbeiter seien von Anfang an „nicht Herren, sondern Diener unserer Klienten“ gewesen.

In Siegburg wohnen 27 psychisch kranke Menschen in Wohnheimen an der Lendersbergstraße in Kaldauen und an der Brucknerstraße auf dem Deichhaus. Hier leben sie, meist nach einem Klinikaufenthalt, in kleinen Wohngemeinschaften unter Betreuung von multiprofessionellen Mitarbeiter-Teams. Jeder Bewohner hat einen festen Ansprechpartner für alle Belange des täglichen Lebens.

Der Aulhof ist ein Zentrum, in dem die Mitarbeiter den Klienten, die bewusst nicht Patienten genannt werden, eine feste Tagesstruktur geben. 40 Angebote, die von der Arbeits- und Ergotherapie über einen Bistrobetrieb und das Theaterspiel bis zum Chor reichen, unterstützen sie dabei. Die Leiterin der Einrichtung, Susanne Podehl, nennt das „Lebenstraining“, um wieder ein ganz normales Leben führen zu können. Was ein ganz normales Leben sei, fragte Vizebürgermeisterin Susanne Haase-Mühlbauer in ihrem Grußwort und gab auch gleich die Antwort. „Ein Leben, das Struktur hat, eines mit geregelten Arbeitsabläufen. Eines, in dem man sich sicher und angstfrei bewegen kann“ und das zwei besondere Werte hätte, nämlich Wurzeln und Flügel. Das Johanneshaus gibt seinen Klienten nach ihren Worten beides. „Wurzeln, damit die Menschen, die hier leben, auf festen Beinen stehen können, Flügel, damit sie ihre Persönlichkeit entfalten können, indem sie kreativ sind“, so Haase-Mühlbauer.

Die evangelische Pfarrerin Ruth Wirths aus Siegburg und ihr katholischer Amtskollege Winfried Motter aus Köln hatten zum Auftakt der Veranstaltung einen ökumenischen Gottesdienst zusammen mit zahlreichen Gästen, Betreuten und Mitarbeitern gefeiert. Im Anschluss überreichte Pfarrer Motte der Geschäftsführerin der Johanneshaus-Gesellschaft, Petra Steil, und Peter Graf von Pfeil ein Wagenrad als Symbol für die „dort praktizierte, christliche Nächstenliebe“. Die Gesellschaft betreibt vier Wohnhäuser für psychisch erkrankte Menschen im Kreisgebiet. Standorte sind auch in Alfter-Witterschlick und Bornheim-Roisdorf. In Bornheim betreibt die Gesellschaft zudem das Second-Hand-Kaufhaus „Hannes“.