Lossprechung in Siegburg

185 neue Gesellen für die Region

In der Rhein-Sieg-Halle feierten die Innung für Sanitär-Heizung-Klima und die Innung für Elektrotechnik gemeinsam die Lossprechung von 185 Auszubildenden

In der Rhein-Sieg-Halle feierten die Innung für Sanitär-Heizung-Klima und die Innung für Elektrotechnik gemeinsam die Lossprechung von 185 Auszubildenden

Siegburg. Bei der Lossprechungsfeier in der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg haben die Innungen Sanitär-Heizung-Klima und Elektrotechnik 184 Männer und eine Frau in den Gesellenstand erhoben.

Bei der neunten gemeinsamen festlichen Lossprechungsfeier der beiden Innungen Sanitär-Heizung-Klima und Elektrotechnik in der Rhein-Sieg-Halle sind am Freitagabend 185 Auszubildende in den Gesellenstand erhoben und „losgesprochen“ worden. Ein Wort, dass seinen Ursprung in der katholischen Beichte habe, hatte Siegburgs Vizebürgermeisterin Susanne Haase-Mühlbauers mit einem Augenzwinkern recherchiert. „Sie haben als Gesellen genug gebüßt, alle Sünden hinter sich gelassen und sind nun losgesprochen.“ Ein Moment des Feierns und des Durchatmens, den man genießen solle, so Haase-Mühlbauer. Angesichts des Fachkräftemangels und des Baubooms warte reichlich Arbeit auf die Gesellen. „Handwerk hat goldenen Boden. Das ist keine Spruchweisheit, sondern Realität.“

Das konnten auch die Ausbildungsbetriebe berichten, denen Vizelandrätin Notburga Kunert ihren Dank Aussprach und den Nachwuchs ermutigte, nun das Lernen nicht einzustellen: „Sie werden jeden Tag, bei jedem Kunden und jedem Haushalt etwas dazulernen – beruflich wie auch an Lebenserfahrung.“ Auch die fortschreitende Digitalisierung mache es notwendig, mit dem Wissen am Ball zu bleiben, erklärte Wolfgang Schmeil, Geschäftsführer der beiden Innungen: „Die Berufe haben sich enorm gewandelt. Heute werden immer mehr Aufgaben mit dem Laptop vor Ort oder am PC erledigt. Man trägt auch mal schwere Bauteile, muss natürlich auch noch mit Händen und Werkzeug arbeiten, aber das steht nicht mehr an erster Stelle.“ Genau das mache die Berufe so spannend und für technikaffine Jugendliche so attraktiv, so Schmeil: „Leider haben wir unter den 185 Auszubildenden nur eine einzige Frau.“

Die ist als nun losgesprochene Anlagenmechanikerin Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sogar eine der fünf Besten ihres Jahrgangs und hat, wie Sarah Fritzen von sich selbst sagt, ihren Traumjob gefunden, der keineswegs ein reiner Männerberuf bleiben sollte. „Frauen haben mehr Geschick. Man muss sich eben nur zu helfen wissen“, sagte sie. Nicht nur ihre Freunde waren angesichts der Berufswahl begeistert, sondern auch Vater Frank Fritzen, dessen Betrieb die Tochter bald übernehmen will. Heinz-Guido Odenthal, Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klima, und Martin Böhm, Obermeister der Innung Elektrotechnik, gratulierten ihr sowie den weiteren Prüfungsbesten Anlagemechanikern Onur Genc, Maximilian Grützenbach, Philipp Schäfer und Maximilian Hönig sowie den Prüfungsbesten der Elektroniker mit Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik Andreas Lehmacher, David Beard, Martin Braun, Stefan Schrills und Tobias Stöcker zur besonderen Leistung.