Gruppe aus Siegburg

„Klabauters“ wollen sich als Kölschrock-Band etablieren

Die Siegburger Band "Klabauters" drehte Mitte November ihr erstes Musikvideo an der Wahnbachtalsperre.

Die Siegburger Band "Klabauters" drehte Mitte November ihr erstes Musikvideo an der Wahnbachtalsperre.

Siegburg. Ein kleines Waldstück in der Nähe der Wahnbachtalsperre. Wo es sonst ruhig zugeht, höchstens der Förster oder ein paar Spaziergänger vorbeikommen, ist an diesem Sonntag eine Menge los. Aus Naturidylle wurde der Drehort für das erste Video der Siegburger Band „Klabauters“.

Die Musiker um Sänger Detlef Kornath und Komponist Sascha Hömske wollen die Menschen mit kölscher Mundart und politischer Botschaft erreichen.

Reichlich durchgefroren, aber zufrieden ist die Band nach sechs Stunden Dreharbeiten bei wenigen Graden über Null. Detlef Kornath, lange Mähne, Lederjacke und dunkle Sonnenbrille, der Rocker, wie er im Bilderbuch steht, ist die Stimme der „Klabauters“: „Bei uns geht es um die Message und Natürlichkeit. Wir wollen keine synthetischen Mittel einsetzen, sondern nur akustische Musik machen.“

Der 54-Jährige ist Vollzeitmusiker und macht viele Projekte mit Schulklassen. „Ziel ist die höchstmögliche Eigenständigkeit – beim Stil, der Message, aber natürlich auch wirtschaftlich“, erklärt Kornath, der in Köln aufgewachsen ist und inzwischen in Neunkirchen-Seelscheid lebt. Bisher ist bei der Band alles selbst gemacht, keine Plattenfirma ist mit im Boot.

Mit dem „Chresskind“, dem Lied, das die Band in Siegburg verfilmt hat, stellen die Musiker die universelle Frage: „Mensch, wie willst du läven?“ Der Text spielt auf die vielen Krisen und Unzulänglichkeiten dieser Zeit an, ohne sie explizit zu benennen. „Dat Chresskind kütt dis Johr späder“ soll deutlich machen, dass man nicht so weitermachen kann wie bisher.

Die Vorstellung des quirligen, unberechenbaren und geheimnisvollen Klabautermanns führte die Musiker zu ihrem Bandnamen: „Das ist ein gutes Bild für unsere Musik. Geheimnisvoll deswegen, da wir stilistisch sicherlich niemals klar einzuordnen sein werden. Die Band hat den Anspruch, einfach gute Musik zu machen, egal, ob das jetzt Rock ist oder nicht“, erklärt Hömske. Außerdem sei der Bezug zur Seefahrt sehr passend. „Wir wollen unsere Musik in die große, weite Welt transportieren und beschäftigen uns inhaltlich weniger mit einem Mikrokosmos.“

Die Inspiration kam unter der Dusche

Die Entscheidung, auf Kölsch zu singen, hatte für die Band nichts mit einer Liebeserklärung an Köln zu tun. „Ein Kölner würde bei uns den Rotstift ansetzen. Wir sind keine Sprachpuristen. Ziel ist es nicht, Urkölsch zu sprechen und den Dialekt zu retten“, sagt Hömske. Mundart habe einfach eine emotionalere Attitüde. „Es ist dicht am Englischen, da sind ganz andere Klangfarben möglich.“

Komplettiert werden die „Klabauters“ durch Schlagzeug, Bass, Gitarre und Akkordeon. Die Bandmitglieder stammen aus Siegburg, Bonn und der Region. Im Sommer fing alles mit einem Karnevalslied an. „Da hatte das noch gar nicht so eine Klarheit, wo es hingeht. Ich hatte die Inspiration zu dem Song unter der Dusche, und ich wusste den kann nur einer singen, und das ist der Detlef“, erinnert sich Hömske schmunzelnd. „Alle Jecken an Bord“ heißt das Lied, das der gelernte Toningenieur bei befreundeten Karnevalisten in Köln vorstellte. Die positive Kritik ermunterte ihn, mit der Musik weiterzumachen. Im September begannen die „Klabauters“ dann weitere Songs in Hömskes eigenem Tonstudio in Siegburg aufzunehmen.

Inzwischen sind es vier Lieder, die auf der ersten EP „Vill zo schnell vorbei“ zusammengestellt sind. „Das ging dann schnell in die ernsthaftere Richtung, weg vom Karneval, was uns sehr gut gefällt“, sagt Hömske. So wie das „Chresskind“. Passend zur Adventszeit ist das Video seit Kurzem auf der Internetseite der Band zu sehen. Und wer weiß : Vielleicht regt es ja wirklich den ein oder anderen an, über Veränderung nachzudenken statt wie gewohnt im Festtagsstress alles andere auszublenden.

Weitere Informationen zu den „Klabauters“ sind auf der Webseite www.klabauters-band.de zu finden.