Nahe Flugplatz Hangelar

Zwei Tote bei Flugzeugabsturz in Sankt Augustin

Bei dem Flugzeugabsturz kamen zwei Menschen ums Leben.

Bei dem Flugzeugabsturz kamen zwei Menschen ums Leben.

Sankt Augustin. In Sankt Augustin ist am Dienstagnachmittag ein Kleinflugzeug abgestürzt. Dabei sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Pilot meldete vor dem Absturz Motorprobleme.

Beim Absturz eines einmotorigen Kleinflugzeuges im Anflug auf den Flugplatz Bonn/Hangelar sind am Dienstagnachmittag zwei Menschen ums Leben gekommen. Die zweisitzige Maschine vom Typ Tecnam, die zuvor in Hangelar gestartet war und sich auf einem Ausbildungsflug befunden haben soll, stürzte gegen 15 Uhr südlich des Wohngebietes „Am Pleiser Wald“ auf ein Feld und brannte komplett aus.

Mehrere Augenzeugen hatten das Flugzeug vor dem Absturz beobachtet. Über dem Feld südlich des Wohngebietes gehen bei Westwind den Flugplatz Hangelar ansteuernde Flugzeuge in einer letzten Linkskurve vom Queranflug in den Endanflug über.

„Dieses Flugzeug war ungewöhnlich tief, viel tiefer als normal. Es ist nicht vom Himmel gefallen, sondern es sah aus, als ob der Pilot auf dem Feld landen wollte“, berichtete Anwohnerin Gerlind Palm, die nur Sekunden später Augenzeugin des Absturzes wurde: „Das Flugzeug kam ganz flach auf das Feld zu, dann ist es mit einem Knall in die Erde rein, und es hat sofort angefangen zu brennen.“ Anwohner, die zu Hilfe eilten, konnten aufgrund der Flammen die beiden Personen an Bord nicht mehr aus dem Flugzeug ziehen. Die Maschine stand binnen Sekunden in Vollbrand. Für die beiden Männer, bei denen es sich um einen Fluglehrer und seinen Flugschüler handeln soll, kam jede Hilfe zu spät.

Der sofort alarmierten Feuerwehr lotste eine schwarze Rauchsäule den Weg. Binnen weniger Minuten hatten die 48 Einsatzkräften unter Leitung von Stadtbrandinspektor Herbert Maur den Unglücksort erreicht und das brennende Flugzeugwrack abgelöscht. Auch mehrere Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeuge, der Rettungshubschrauber Christoph 3 aus Köln sowie ein SAR-Rettungshubschrauber der Bundeswehr waren innerhalb kürzester Zeit eingetroffen. Derweil riegelte die Polizei die Unfallstelle weiträumig ab, auch, um mit Autos herbeieilende Gaffer fernzuhalten.

Anwohner versammelten sich am Feldrand

Auch zahlreiche Anwohner versammelten sich am Feldrand. Viele drückten ihr Bedauern über das Unglück aus, manche auch ihre Sorgen. Piloten würden sich zuweilen nicht an die vorgegebene Platzrunde halten und trotz Verbot über das Wohngebiet fliegen, so eine Anwohnerin: „So ein Flugzeug könnte dann auch jederzeit in unser Haus krachen.“ Derweil betonte Polizeisprecher Stefan Birk, dass die Frage nach der Absturzursache noch völlig offen sei: „Wir haben die Kollegen der Kriminalpolizei sowie die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) informiert, die nun die weiteren Ermittlungen vor Ort durchführen und die Ursache später ermitteln werden.“

Wie der Flugplatz Hangelar auf Nachfrage mitteilte, soll der Pilot der Maschine während des Fluges Motorprobleme festgestellt und diese per Funk an den Tower gemeldet haben. Zur genauen Identität des Piloten und seines Schülers machte die Polizei noch keine Angaben. Zuletzt hatte es am 1. November 2011 einen tödlichen Flugunfall in Hangelarer Flugplatznähe gegeben, als ein Kleinflugzeug in die Meindorfer Siegaue gestürzt war.

Bundesweit sind tödliche Abstürze in der zivilen Luftfahrt statistisch selten, wie die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in ihrem Jahresbericht mitteilte. Im Jahr 2017 zählte sie 22 schwere Störungen mit 24 getöteten und 25 schwer verletzten Menschen. Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig.