Beste Zentrumslage

Was passiert an der Rathausallee in Sankt Augustin?

Auf der großen Parkplatz-Fläche an der Rathausallee soll ein hochwertiges, gemischtes Quartier entstehen.

Auf der großen Parkplatz-Fläche an der Rathausallee soll ein hochwertiges, gemischtes Quartier entstehen.

Sankt Augustin. Das Filetgrundstück an der Rathausallee in Sankt Augustin soll entwickelt werden. Auf der besten Zentrumslage in der Stadt ist ein gemischtes Quartier mit neuen Wohnformen und Gewerbe vorgesehen.

Die Fläche westlich der Rathausallee zwischen dem Technischen Rathaus und dem Haus des Handwerks ist beste Zentrumslage in der Stadt. Deshalb ist die Entwicklung dieses Filetstücks, das derzeit als Parkplatz dient, für den Technischen Beigeordneten Rainer Gleß eine besondere Herausforderung und Herzensangelegenheit, was er im jüngsten Zentrumsausschuss deutlich zum Ausdruck brachte. Aus dem einstigen Kerngebiet mit zwei Baufeldern von 5000 und 3600 Quadratmetern habe man deshalb ein Mischgebiet aus drei Baufeldern gemacht, erläuterte Gleß die Ausgangssituation.

Ziel der Entwicklung sei ein gemischtes Quartier mit neuen Wohnformen und Gewerbe nebeneinander. „Dort soll es nur das Beste geben, was derzeit auf dem Markt zu bekommen ist“, formulierte Gleß seine Vorstellungen. Deshalb werde es einen Kriterienkatalog für die Flächen geben, nach denen sich die Investoren richten müssten. „Der Druck auf dem Kessel ist nach wie vor groß“, sagte Gleß. Es gebe viele Investorenanfragen, und deshalb sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um mit einer sukzessiven Entwicklung zu beginnen.

Ausschuss folgt Plänen

Auch wenn der Ausschuss die Vorschläge des Ersten Beigeordneten nur zur Kenntnis nahm und die „zustimmende Kenntnisnahme“, wie sie im Beschlussvorschlag formuliert war, verweigerte, war das eher gewohnten Formalitäten geschuldet. Der Ausschuss-Vorsitzende Ernst-Joachim Büsse fügte deshalb hinzu, dass der Ausschuss den Plänen wohlwollend folge. Auf der diskutierten Grundlage soll nun eine genauere Projektbeschreibung für mögliche Investoren und deren Architekten erstellt werden, ebenso wie eine Bewertungsmatrix. Letztere wird dem Ausschuss dann zur Beschlussfassung vorgelegt.

Wichtig ist es laut Gleß, einen hohen Anspruch für die zentralen Grundstücke zu formulieren. „Ich könnte die Flächen von heute auf morgen verkaufen, denn die Nachfrage ist da“, skizzierte Gleß die Situation. Man wolle jedoch unterschiedliche Angebote generieren und auch Kriterien benennen, die als Grundlage für den Erwerb der Flächen dienten.

Gemischt genutztes Quartier

Zu den vorgelegten Kriterien in dem gemischt genutzten Quartier soll eine hochschulaffine Nutzung wie die Ansiedlung von Instituten oder Tagungsräumen ebenso zählen, wie der Neubau eines Tagungshotels. Auch für allgemeine Büronutzungen sollten variable Möglichkeiten geschaffen werden. Einzelhandel könnte sich der Beigeordnete im Erdgeschoss der bis zu fünfstöckigen Gebäude vorstellen. Auch Gastronomie in der Erdgeschossebene sowie studentisches Wohnen oder Wohnen für Auszubildende oder sonstiges zeitlich begrenztes Wohnen wird gewünscht.

Zudem sollen zwischen der hochwertigen Architektur auch Freiräume mit Aufenthaltsqualität entstehen. „Die Trauben scheinen hoch zu hängen“, formulierte es Gleß. Aber man könne selbstbewusst mit gestalterischen und städtebaulichen Ansprüchen nach vorne gehen. Zur zeitlichen Perspektive wollte sich der Beigeordnete nicht festlegen. „Eventuell haben wir in zwei Jahren ein vernünftiges und greifbares Ergebnis.“

Ein Café wäre wünschenswert

Von Gerhard Schmitz-Porten (SPD) kam der Einwand, dass Büroräume und Institute das Zentrum abends nicht belebten. Ein Café sei wünschenswert, Einzelhandel jedoch nicht. René Puffe (CDU) fand es „sinnvoll, die Nähe der Hochschule an dieser Stelle widerzuspiegeln.“ Beim Einzelhandel denke er an einen Kiosk oder einen Copyshop und natürlich nicht an einen Discounter. Christian Günther (Grüne) begrüßte es, dass unterschiedliche Ideen eingeholt werden sollen.

Für seine Fraktion seien Gestaltung und Energiekonzept sowie die enge Zusammenarbeit mit der städtischen Energieversorgungsgesellschaft (EVG) wichtig. Auch Angelika Züll (FDP) unterstützte die Pläne des Beigeordneten. Wichtig sei ihr, dass es an der Stelle keine Nutzung gebe, die eine Konkurrenz zum Huma-Center oder der Südstraße darstelle.