S-13-Ausbau

Umbau des Bahnhofs Menden beginnt im Frühjahr

Sankt Augustin. Der einzige Bahnhof Sankt Augustins wird komplett neu gestaltet. Der Zugang zu den Gleisen wird nicht mehr von der Straße aus, sondern barrierefrei über einen kleinen Vorplatz ermöglicht. Die Bahn baut eine 400 Meter lange Lärmschutzwand.

Gleise werden verlegt, der Bahnsteig neu gebaut, es wird einen Bahnhofsvorplatz geben mit neuem Zugang zum Bahnsteig sowie einen Aufzug. Die Brücke muss verbreitert werden, die Straße abgesenkt, und ein Kreisverkehr soll entstehen. All diese Maßnahmen, die rund um den Mendener Bahnhof anstehen, lockten am Montag viele Mendener und Meindorfer auf das zugige Gleis. Sie wollten vor allem wissen, wie der Schallschutz gewährleistet wird und welche Auswirkungen während der Bauarbeiten zu erwarten sind.

Eingeladen hatten die Sankt Augustiner SPD-Ratsherren Uwe-Karsten Staeck und Peter Kespohl. Die Politiker, die gleichzeitig der SPD Menden/Meindorf vorstehen, hatten mit Jens Sülwold, Projektleiter für den S-13-Bau, und Projektingenieur Thomas Kintzinger zwei Ansprechpartner der DB Netz eingeladen, die über den aktuellen Stand der Umbaumaßnahmen im Zusammenhang mit der S 13 berichteten.

Die Bahn habe vor über 15 Jahren mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen, erinnerte Sülwold. Seit einem Jahr gebe es auch in Menden am Bahnhof eine Baustelle, auf der Kabel verlegt werden. Noch in diesem Jahr werde es jedoch richtig losgehen, denn ein neuer Bahnsteig soll entstehen. „Der alte kommt weg, und zwischen den beiden neuen S-Bahn-Gleisen wird ein neuer Übergangsbahnsteig gebaut“, erläuterte Sülwold. Am Ende werde es eine saubere Trennung zwischen Güter- und Personenverkehr geben.

Auch der Zugang zu den Gleisen wird nicht mehr von der Straße aus, sondern über einen kleinen Bahnhofsvorplatz ermöglicht. Außerdem ist er dann barrierefrei, denn die Bahn wird vor der Treppe auch einen Aufzug installieren.

Umfangreiche Maßnahmen für den Lärmschutz

Es gibt eine elektronisches Stellwerk, eine Park-und-Ride-Anlage und einen Kreisverkehr. Zunächst dient der neue Bahnsteig ab 2020 dem Güterverkehr und ist deshalb nur 55 Zentimeter hoch. Das ändere sich jedoch dann, wenn die neuen Gleise für die Güterzüge fertiggestellt seien, so Sülwold. Dann werde die Bahnsteigkante für die S-Bahn auf 76 Zentimeter erhöht. Die erste S 13 soll nach der aktuellen Prognose der Bahn 2026 durch Menden fahren – und das alle 20 Minuten.

Besonderes Interesse hatten die vielen Bürger an den geplanten Schallschutzmaßnahmen. Diese seien umfangreich, berichtete Sülwold. Die Lärmschutzwand am Überbau der Brücke laufe über 400 Meter. Im Osten der Gleise werde man die Wand bis zur Autobahn durchziehen, und im Westen soll es punktuell Lärmschutzwände geben. Hinzu kommen laut Sülwold sogenannte passive Lärmschutzmaßnahmen wie neue Fenster oder Lüftungsanlagen, die von der Bahn bezahlt werden. Schon im Frühjahr beginnen die Straßenbauarbeiten, denn die Straße unter der Eisenbahnbrücke hindurch muss abgesenkt werden, um die aktuelle Durchfahrthöhe beizubehalten. Beruhigend vor allem für die Politiker war die Aussage Sülwolds, dass „eine Option für mehr Höhe bei der Brücke nicht mehr vorgesehen ist“. Damit scheidet die Landstraße als Ausweichstrecke für Lastwagen aus, denn die Durchfahrthöhe von 3,1 Metern ist zu gering für den Schwerlastverkehr.

Nicht wirklich überzeugt zeigten sich die Mendener und Meindorfer angesichts der geplanten Verkehrsregelungen während der Umbauphasen. So werde es einmal im Jahr eine „große Pause“ geben, sagte der Projektleiter. „Dann wird die Straße an den Wochenenden gesperrt, während der Woche ist sie nur einseitig befahrbar“, so Sülwold. Länger als sechs bis acht Wochen darf dieser Block jedoch nicht andauern, so die Vereinbarungen mit der Stadt und dem Land NRW.

Informationen zum Baufortschritt gibt es im Netz unter www.bauprojekte.deutschebahn.com/p/s13