Theaterstück im Haus Menden

Theaterstück „Der Messias" spaltet das Publikum in Sankt Augustin

Auftritt im Haus Menden: Guido Fischer (links) und Björn Jung überzeugen mit ihrem Stück „Der Messias“ nicht jeden Zuschauer.

Auftritt im Haus Menden: Guido Fischer (links) und Björn Jung überzeugen mit ihrem Stück „Der Messias“ nicht jeden Zuschauer.

Sankt Augustin. "Zu viel Klamauk“, aber auch „genial“: Das Stück von Guido Fischer und Björn Jung kommt nicht bei jedem Sankt Augustiner Zuschauer an. Während die Einen herzhaft lachen, sehen die ersten Besucher schon nach 15 Minuten genervt auf die Uhr.

An der Garderobe im Haus Menden drängten sich mehrere Menschen, um ihre Jacken abholen zu können. Den zweiten Akt weiter anschauen? Nein, danke. Andere warteten bereits neugierig auf die zweite Hälfte. Selten hat ein Stück so sehr polarisiert. „Der Messias – Was Sie schon immer über Weihnachten wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ versuchte Antworten auf Fragen zu finden, die sich beim besten Willen wahrscheinlich noch nie im Leben irgendjemand gestellt hat.

Aber der Reihe nach: Angekündigt war ein Theaterstück von Guido Fischer und Björn Jung. Wer ein in sich geschlossenes Stück mit klassischem, dramaturgischem Aufbau erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Das Duo betrat zunächst getrennt die Bühne, der Eine hatte es sehr eilig, der Andere drückte sich vorsichtig an der Wand entlang. Los ging es mit holprigen Erklärungen, wo sich Darsteller und Publikum gerade befanden. Einer sprach, der Andere versuchte jedes Wort mit dem Körper darzustellen. Zumindest hatte man die ersten 15 Minuten das Gefühl, in einem Ausdruckstanzkursus zu sitzen.

Bereits hier spaltete sich die Meinung im Publikum. Während die Einen herzhaft lachten, sahen die ersten Besucher schon genervt auf die Uhr. Es ist aber auch nicht sonderlich interessant, wenn erzählt wird, dass Maria in einer Wohnung lebt, in der lauter Gabeln, Löffel und ein Milchaufschäumer herumliegen, während dazu eine Scharade aufgeführt wird.

Problematische Zeitsprünge

Problematisch waren die ständigen Zeitsprünge zwischen Moderne und Vergangenheit. Manch ein Zuschauer stieg da bereits gedanklich aus. Der Versuch, das Publikum zu integrieren, war nur mäßig erfolgreich. Nachdem sich alle Anwesenden durch die Kennenlernphase von Josef und Maria, inklusive Zickenterror durchgequält hatten, wurden sie unvermittelt in einen anderen Handlungsort katapultiert: in den Himmel. Dort stand ein Gott mit Rauschebart, Glitzerjacke und Handschuhen und probte für die neue Michael-Jackson-Show. Man fragt sich natürlich, warum der King of Pop im Jahre Null gerade im Jenseits eingetroffen sein soll, in dem das Stück ja logischerweise spielen müsste?

Doch das spielte in Bezug auf den mangelnden roten Faden auch schon keine Rolle mehr. Dann schien Gott auch noch an akuter Vergesslichkeit zu leiden, denn er wusste nicht mehr, dass er die Erde und den Menschen geschaffen hat. Daran musste ihn der Erzengel Gabriel erst erinnern. Auch daran, dass es bei seiner Schöpfung drunter und drüber ging.

Die Lösung war schnell gefunden: Der Messias sollte es richten. Aufgrund mangelnden Personals musste der Erzengel, der zuvor von Björn Jung gespielt wurde, kurzfristig von Guido Fischer gespielt werden, weil Jung nun wieder in die Rolle der Jungfrau Maria schlüpfen sollte. So wurde es dem Publikum überflüssigerweise erklärt. Die Pause kam und war für einige Besucher das lang erwartete Signal, den Saal verlassen zu können.

An der Garderobe war die einhellige Meinung: „zu viel Klamauk“. Viele konnten keinen Zugang zu dem Stück finden oder einen roten Faden erkennen. Auf der anderen Seite gab es aber auch Zuschauer, die absolut begeistert von der Umsetzung waren. „Der Messias“ hat polarisiert.