Sankt Augustin

Stadt eröffnet Stadtbahnhaltestelle und Brücke im Zentrum

SANKT AUGUSTIN. Um Punkt 13.23 Uhr hat Bürgermeister Klaus Schumacher gestern die neue Stadtbahnhaltestelle im Zentrum sowie die Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Stadtbahnlinie 66 eröffnet.

"Wir sind fertig geworden. Es ist zwar nicht der Berliner Flughafen, aber manchmal zweifelte man schon daran", sagte Schumacher in Anspielung an das skandalträchtige Großprojekt in der Bundeshauptstadt.

Doch auch in Sankt Augustin lief nicht alles wie geplant. Statt der vorgesehenen rund 3,5 Millionen Euro Baukosten sind es fünf Millionen geworden. Und statt einem Jahr Bauzeit dauerte das Projekt 22 Monate. Bauherr der Brücke sowie der Haltestelle sind die Stadtwerke Bonn (SWB), genauer gesagt die Tochtergesellschaft SSB, Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

Verzögerung und Kostensteigerung haben mehrere Ursachen laut der stellvertretenden SWB-Sprecherin Veronika John. Die erste: Es bestand der Verdacht auf einen Kampfmittelfund, der sich aber nicht bestätigte. Die zweite: Es tauchte eine Stromleitung auf, die nicht verzeichnet war. Und die dritte: Die Verantwortlichen entschlossen sich zum Bau einer Versickerungsanlage zur Entwässerung. Eigentlich war der Ablauf über das Abwassersystem geplant.

Den Haltestellenumbau bezahlt die SSB. 90 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt der Nahverkehr Rheinland, die restlichen zehn Prozent die Stadt und die Unternehmensgruppe Jost Hurler, die den Huma betreibt. "Die Bahnhaltestelle ist ein echtes Schmuckstück geworden", sagte NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober. Schumacher nannte sie ein Wahrzeichen.

Die neue Brücke bezahlt die Stadt, wobei 70 Prozent der förderfähigen Kosten die Bezirksregierung Köln trägt. Die weiteren 30 Prozent teilen sich auch hier Stadt und Hurler. Durch die Brücke können Besucher nun barrierefrei ins Zentrum gelangen, erstmals dürfen Radfahrer sie nutzen.

Dabei berücksichtigte die Stadt den Vorschlag der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die Rampe endet nun nicht am Fahrstuhl direkt am Bahnsteig, sondern führt über den angrenzenden Busbahnhof und schließt an den Radweg an der B 56 an. "Man kommt also direkt dort raus, wo man auch hin möchte", sagte ADFC-Sprecher Ulrich Kalle.

Der offizielle Name der früheren Haltestelle Markt lautet nun "Sankt Augustin Zentrum - Hochschule Bonn-Rhein-Sieg". Damit will die Stadt auf die Bedeutung der Hochschule hinweisen. Direktor Hartmut Ihne sagte: "Es war eine lange Diskussion, aber jetzt sind wir sehr glücklich, weil wir sichtbar werden mitten im Zentrum."

Seit zwei Wochen fährt die Linie 66 den Haltepunkt an. In den nächsten Wochen folgen noch Restarbeiten. So müssen etwa die Behelfsbahnsteige zurückgebaut werden. Auch Aschenbecher stellen die SWB laut Sprecherin John noch auf, derzeit drücken viele Fahrgäste ihre Zigaretten auf den Mülleimerdeckeln aus.

Anstelle der früheren, direkt angrenzenden etwa 50 Park & Ride-Parkplätze ist eine Mobilitätsstation geplant. Das kündigte der Technische Beigeordnete Rainer Gleß an. Dort können E-Bikes und E-Autos aufgeladen werden, 30 bis 35 Parkplätze sollen aber erhalten bleiben.