Inklusion und Integration Stabstelle für die Gleichberechtigung in Sankt Augustin

Eröffnen die Wanderausstellung „Gesichter der Vielfalt“ in Sankt Augustin (v.l.): Manuel Stockhausen, Elke Steckenstein, Isabella Praschma-Spitzeck, Susanne Tönnishoff und Ali Dogan.

Sankt Augustin. Die Stadtverwaltung bündelt die Themen Integration, Inklusion und Sozialplanung. Dadurch sollen Barrieren abgebaut und die Bildungschancen verbessert werden.

Integration, Inklusion und die kommunale Sozialplanung unter einem Dach – vor rund einem Jahr hat der Beigeordnete der Stadt Sankt Augustin Ali Dogan zum ersten Mal im Integrationsrat von seinen Plänen berichtet, dafür eine eigene Stabsstelle einzurichten. Seit Juli sind diese Aufgaben bei der Stadt nun gebündelt. Der General-Anzeiger gibt einen Überblick über die Ziele der neuen Stabsstelle.

Was steckt hinter der neuen Stabsstelle?

Mit der neuen Organisationseinheit möchte die Stadt die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit in der Verwaltung aber auch den Dialog mit weiteren Akteuren vorantreiben. Das Thema Inklusion sei für ihn ein Herzensanliegen, so Dogan. In Sankt Augustin gebe es dazu noch blinde Flecken, die nach und nach verschwinden sollen. Grundsätzlich betreffe es nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund oder mit Behinderung, sondern auch Frauen, junge Menschen und Senioren, sagt Dogan. „Alle, die in unserer Gesellschaft größere Herausforderungen haben, als der durchschnittliche 40-jährige weiße Akademiker.“

Was ist das Ziel?

Die Stabsstelle will eine Anlaufstelle sein und Lebensbedingungen schaffen, dass für alle ein gleichberechtigtes Leben möglich ist. Auch für die, die sich abgehängt fühlten und keinen Migrationshintergrund hätten. „Wir müssen die Herausforderungen minimieren“, sagt der Beigeordnete. Dazu gehört etwa, Barrieren abzubauen und die Bildungschancen zu verbessern. Es gehe nicht darum, die Migranten oder Behinderten an die Hand zu nehmen, ergänzt Dogan. Wichtigstes Schlagwort sei dabei, dass Inklusion keine Einbahnstraße sei.

Wie setzt sich die Stabsstelle zusammen?

Die neue Abteilung ist Schnittstelle zu allen anderen Organisationseinheiten der Verwaltung. Zum Teil hat sie von ihnen Bereiche übernommen – etwa die Migranten- und Flüchtlingsberatung von der Stabsstelle Wohnen und Asyl. Leiterin ist die Sozialwissenschaftlerin Susanne Tönnishoff, die seit Februar bei der Stadt arbeitet. Noch ist die Stabsstelle im personellen Aufbau. „Aktuell sind wir noch zu zweit, perspektivisch sollen es sechs bis sieben Mitarbeiter werden“, sagt Tönnishoff. So soll sich ein Mitarbeiter um Veranstaltungen und Projekte kümmern, einer hauptsächlich um das Thema Inklusion und den Aktionsplan Inklusion – um die ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten hauptamtlich zu unterstützen – sowie einer um die Öffentlichkeitsarbeit. Hinzu kommen ein Ehrenamtskoordinator und ein Quartiersozialarbeiter.

Wie sieht es mit der Personalsuche aus?

Die Auswahlverfahren seien so weit abgeschlossen, sagt Tönnishoff. Es habe einen sehr hohen Zuspruch und vielfältige Bewerber für die Stellen gegeben. „Es ist uns ein Anliegen, die Stellen schnell zu besetzen“, ergänzt sie. So wie es aussehe, sei das noch in diesem Jahr möglich. Dann geht für die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt, Isabella Praschma-Spitzeck, ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Sie wartet schon lange auf die Umsetzung des Aktionsplans Inklusion, der 2015 verabschiedet wurde. Seither suchte die Stadt nach qualifiziertem Personal – fand es für die zunächst geplante halbe Stelle aber nicht. „Wir haben es diesmal anders aufgezogen“, sagt Dogan. Es sei jetzt ein anderes Paket mit einer vollen Stelle in der neuen Stabsstelle. Für Praschma-Spitzeck ist die neue Stabsstelle damit ein „gewaltiger Fortschritt, die uns sehr viel Arbeit abnimmt“.

Sind bereits konkrete Projekte in Planung?

Als erstes Projekt hat die Stabsstelle die Wanderausstellung „Gesichter der Vielfalt“ in die Stadtbücherei geholt (siehe Infobox). Laut Dogan läuft derzeit zudem ein Antrag für ein Projekt zur Demokratieförderung gegen Rechtsextremismus und religiös motivierten Extremismus. Bereits ab Oktober soll es für zwei Jahre vom Verein Hotti umgesetzt werden, wenn es Fördermittel dafür gibt. Der religiöse Extremismus betreffe Sankt Augustin aufgrund der Nähe zu Bonn-Tannenbusch, so der Beigeordnete. Ziel sei, die Akteure stärker zu vernetzen, die sich demokratieförderlich einsetzen würden. Bislang hätte jede Institution Ansätze für sich, aber sie redeten nicht an einem Tisch darüber. Insgesamt gehe es um einen Austausch, wie Gefahren präventiv erkannt werden können, ergänzt Dogan.

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