"Old Menden Times"

So war die Oldtimershow in Sankt Augustin-Menden

Jedes einzelne Fahrzeug zog die Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher auf sich, die an beiden Tagen die Burgstraße füllten.

Jedes einzelne Fahrzeug zog die Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher auf sich, die an beiden Tagen die Burgstraße füllten.

SANKT AUGUSTIN. Rund 50 Oldtimer sind am Wochenende bei den „Old Menden Times“ in Sankt Augustin-Menden zu bestaunen gewesen. Zum vierten Mal hatte die Unternehmergemeinschaft Menden plus die Veranstaltung organisiert.

Eher an ein Schiff als ein Automobil erinnerte der stattliche Ford Thunderbird, Baujahr 1966, der am Samstag in die Burgstraße in Sankt Augustin-Menden in Höhe des kleinen Einzelhandelszentrums einbog. Das Fahrzeug war einer von rund 50 Oldtimern, die an der mittlerweile vierten Veranstaltung „Old Menden Times“ am Wochenende teilnahmen, die die Unternehmergemeinschaft Menden plus wieder organisiert hatte.

Zwei Tage lang konnten kleine und große Fans die chromglänzenden, liebevoll restaurierten und fein rausgeputzten Raritäten bewundern, die nach einem Autokorso entlang der gesperrten Burgstraße nebeneinander abgestellt wurden. Auch die stolzen Besitzer der alten Schätzchen freuten sich, bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein eine Ausfahrt genießen zu können.

Vom Thunderbird bis zum Motorroller

So wie Angelika Lenort, die mit ihrem Mann Karl am Steuer aus Weilerswist angereist war. Es sei ein unbeschreibliches Gefühl, „wenn der 315 PS starke V8-Motor blubbert und bollert“, schwärmte sie von ihrem Ford Thunderbird, Baujahr 1966. Den Sitzkomfort verglich sie mit dem auf dem heimischen Sofa. Ganz billig ist das Vergnügen mit dem „Donnervogel“ allerdings nicht. Rund 25 Liter Treibstoff verbraucht das Ungetüm, das die Lenorts über eine Internetauktionsplattform gekauft und aus Miami, USA, importiert haben.

Ein Blickfang und von fotografierenden Besuchern umringt war auch ein in tadellosem Zustand befindlicher BMW 327/328, der 1938 gefertigt wurde. Ebenso wie ein VW-Bus „Samba“ von 1967, ein Mercedes-Benz von 1951 oder ein amerikanischer Chevrolet Surburban, der in den USA ehemals von der Polizei und Feuerwehr genutzt wurde und immerhin fünf Tonnen auf die Waage bringt.

Vorgestellt wurden die automobilen Kostbarkeiten von Horst Nöbel von Menden plus, der selbst ein seltenes Exemplar besitzt: einen BMW Z3 M Coupé. Die Serie wurde nach seinen Worten lediglich 269 Mal in Deutschland gebaut. Zum Auftakt der Präsentation begrüßte Nöbel aber einen Zweiradfahrer, der mit seinem Motorroller Marke Heinkel ins Mendener Zentrum gekommen war. Der fast 80-jährige Eigentümer Karl Hardtke verriet, dass sein Roller aus dem Jahr 1956 stammt, 50 000 Kilometer auf dem Tacho hat und er davon rund 17 000 Kilometer gefahren ist.

Abwechslungsreiches Bühnenprogramm

Aber nicht nur die Autoshow zog die Besucher an, sondern auch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit verschiedenen Bands, Verköstigung, einer Vinothek, Bierstand und Cocktailbar. „Old Menden Times“ ist eine von verschiedenen erfolgreichen Initiativen der Unternehmergemeinschaft, die 2015 gegründet wurde, um die Attraktivität des Ortskerns zu steigern. Bis zu diesem Zeitpunkt „wurde die Burgstraße immer uninteressanter“, stellte Bürgermeister Klaus Schumacher in seiner Begrüßungsrede fest, in der er ausdrücklich das Engagement des Vereins lobte. Der habe „Menden wieder Leben eingehaucht“, so der Verwaltungschef.

„Die Idee einer Oldieshow wurde vor vier Jahren geboren, weil sich für alte Fahrzeuge Junge und Alte, Frauen und Männer gleichermaßen begeistern“, erklärte der Vorsitzende Frank Nieß. Bei der Premiere habe man mit den Oldtimerfreunden Sankt Augustin kooperiert, die damals mit etwa 20 Fahrzeugen an der ersten Veranstaltung teilgenommen hätten. Mittlerweile investiert Horst Nöbel jedes Jahr viel Zeit, um bei Oldtimertreffen für eine Beteiligung in Menden zu werben. Mit Erfolg, wie am Wochenende zu sehen war.