Neugründung in Sankt Augustin

Sinfonia Rhein-Sieg stellt sich vor

Dirigent Petros Sargisian (stehend) probt mit dem neuen Orchester Sinfonia Rhein-Sieg.

Dirigent Petros Sargisian (stehend) probt mit dem neuen Orchester Sinfonia Rhein-Sieg.

Sankt Augustin. Große Klänge werfen ihre Schatten voraus. Am kommenden Samstag stellt sich eine Orchester-Neugründung erstmals der Augustiner Öffentlichkeit.

Als „Sinfonia Rhein-Sieg“ laden rund 40 Laienmusiker mit professionellem Anspruch unter der Leitung von Petros Sargisian Liebhaber klassischer Musik zum Premierenkonzert in die Aula der Steyler Missionare. Ein Besuch der Generalprobe erlaubte Einblicke in die entspannte Proben-Arbeitshaltung.

Mit ganzem Körpereinsatz führt Petros Sargisian sein Dirigat zur Musik, seine gesprochenen Anweisungen sind demgegenüber ruhig und ohne Hektik. „Den Akzent auf A“, der aus Armenien stammende Musiker und Dirigent zeigt bestimmt auf seine Partitur auf dem Notenpult. „La - pam – pa“ singt er seinen Streichern die Melodie des Kopfmotivs zur Verdeutlichung vor.

Herzlich, aber nachdrücklich lässt er die kritische Stelle wiederholen. Mal in Einzelstimmen, mal im Ganzen. Den Stress einer Generalprobe lässt er nicht an sich heran und das überträgt sich auf die Gesamtstimmung. Nachfragen sind erlaubt. Hier wird auf Augenhöhe diskutiert.

Orchester-Erfahrung

Sargisians Musikerinnen und Musiker haben alle Orchester-Erfahrung. Viele waren bereits Mitglied in seinem Bonner Vorgänger-Orchester, dem Musikverein 1922 Beuel. Andere kommen nach Babypause oder Umzug in das neue Orchester, das seit November im Kloster der Steyler Missionare probt. Warum man auf die Idee kommen kann, ein Orchester neu zu gründen? Für Sargisian gibt es da nur eine Antwort: „Wir alle wollen einfach nur Musik machen.“

Der Blick auf das Programm verrät, dass dieses Musizieren einem hohen Anspruch folgt: Da steht Haydns „Militärsinfonie“ Nr. 100 am Anfang, gefolgt von Max Bruchs berühmtem Adagio „Kol Nidrei“ für Violoncello – gespielt von Marlene Siemes – und Orchester und Mascagnis nicht minder bekanntes Intermezzo aus „Cavalleria Rusticana“.

Und nicht nur die in reichen Harmonien schwelgenden, italienischen Opernkomponisten Puccini und Verdi (mit den beiden Bonner Opern-Ensemble-Mitgliedern Vardeni Davidian und Sven Bakin als Solisten) folgen dann im zweiten Teil. Auch (scheinbar) leichtere Operetten-Kost aus der Feder eines Franz Lehar steht auf dem Programm der neuen Sinfonia Rhein-Sieg.

Selbstbewusstes Orchester

Ganz klar: Mit dieser Konzert-Premiere präsentiert sich ein selbstbewusstes Laien-Orchester der Öffentlichkeit. Dessen Dirigent Petros Sargisian hat als freischaffender Musiker, Solocellist und Instrumentalpädagoge die Latte mit der Neugründung seiner Sinfonia Rhein-Sieg hoch gehängt.

Seit November wird an diesem Programm geprobt. Als Musiker und Arrangeur ist Sargisian in der Lage, die Orchester-Arrangements auf die jeweiligen Fähigkeiten seiner Spieler zuzuschneiden. Nicht das perfekte Spiel auf dem Instrument sei entscheidend, sondern „die Begeisterung für Musik miteinander zu teilen“, sagt der Orchesterchef.

Wenn sich die Sinfonia Rhein-Sieg an diesem Samstag in der Aula der Steyler Missionare erstmals der Öffentlichkeit vorstellt, kann das Augustiner Publikum ein Orchester mit klassischem Anspruch erwarten.

Und wer selber Interesse hat, sich dieser engagierten Orchester-Gruppe, deren Mitglieder zwischen 17 und 76 Jahren alt sind, anzuschließen, der darf unverbindlich zu einer der kommenden Dienstags-Proben vorbeischauen oder über die Hompage Kontakt aufnehmen.

Das Orchester Sinfonia Rhein-Sieg gibt sein Premierenkonzert an diesem Samstag, 29. April, ab 16 Uhr in der Aula der Steyler Missionare. Der Eintritt ist frei.