Sankt Augustiner Gesamtschule

Schüler gegen Diskriminierung

Gegen Diskriminierung: (von links) Cornelia Ossendorf, Renate Bonow, Stephani Overhage, Julia Schieffer, Rolf Grisard und Klaus Schumacher in der Gesamtschule Sankt Augustin.

SANKT AUGUSTIN. Das Leitbild der im Jahr 2011 gegründeten Gesamtschule der Stadt Sankt Augustin lautet "Leistung einbringen - Vielfalt leben - Wertschätzung erfahren". Dieses Credo hat sich die Gesamtschule in Menden in Form der Plakette "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" von der gleichnamigen Initiative bescheinigen lassen.

Das Profil der Schule beinhaltet die Vielfalt der Begabungen zu fördern und niemanden aufgrund von Religion, sozialer Herkunft, der äußeren Erscheinung oder der politischen Einstellung auszugrenzen. Die Plakette "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist keine alleinige Auszeichnung für vergangene Aktivitäten, sondern soll ein Ansporn sein, im zukünftigen Schulalltag Diskriminierung entgegenzuwirken. Voraussetzung ist, dass mindestens 70 Prozent der Schüler und Lehrer sich dazu mit ihrer Unterschrift verpflichten.

Als die Schülervertretung im Frühjahr 2013 von der Idee der Schulleitung erfuhr, sammelt sie in kurzer Zeit 97 Prozent Ja-Stimmen. Die Gesamtschule bewarb sich bei dem Verein "Aktion Courage", der das Projekt "Schule ohne Rassismus" ins Leben gerufen hat. Die Stimmenanzahl und das Schulkonzept überzeugten. Gebührend gefeiert wurde die Übergabe der Plakette mit einem Festprogramm. Das sollte mit Musikauftritten, Tanzeinlagen und szenischem Spiel die Vielfalt des Schullebens widerspiegeln. Schüler der Gruppe "Darstellen und Gestalten" präsentierten Szenen aus dem Schulalltag und thematisierten beispielsweise Mobbing in ihrem Auftritt.

Zudem traten Vereine aus dem Ort auf, wie der Männerchor "Die Söhne Mendens". Die Schüler trumpften vor allem musikalisch in Schulchor und Schülerband unter Leitung von Alexander Clémeur auf. Der engagierte Musiklehrer trat im Laufe des Abends zudem mit seiner Bonner Band "Die Bonnzen" auf. Der Höhepunkt des Programms war die Übergabe der Plakette durch Renate Bonow von der Landeskoordinationsstelle der kommunalen Integrationszentren an Schulleiterin Stephani Overhage und den stellvertretenden Schulleiter, Rolf Grisard. Die Dezernentin der Bezirksregierung Cornelia Ossendorf, Bürgermeister Klaus Schumacher und Markus Lübken, der für Schule zuständige Beigeordnete der Stadt Sankt Augustin, gratulierten.

Dass Projekte gegen Diskriminierung an der Schule zur Tagesordnung gehören, zeigt die Schulleiterin an der aktuellen Schulpartnerschaft mit der Junior High School Hayovel in Mewasseret Zion in Israel. Im kommenden November wird eine Gruppe Schüler nach Israel reisen. Bei einem Projekttag haben sich die Klassen intensiv mit den Biografien der Holocaust-Überlebenden beschäftigt. Eine Schülergruppe war darüber hinaus am 27. Januar beim Gedenktag an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen in Köln dabei, die an die Deportation von überjüdischen Kindern und Jugendlichen erinnert. Diese und andere Projekte machen die Gesamtschule in Sankt Augustin zu einer Schule ohne Rassismus.

Die gleichnamige Initiative wurde Ende der 80er Jahre in Belgien gegründet. In Deutschland machen bereits 1418 Schulen mit, in NRW sind es rund 370 Schulen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung aussprechen. Das Projekt, das unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Europäischen Union gefördert wird, erreicht so rund eine Millionen Schüler.