25 Jahre "Bühnengeister"

Sankt Augustiner Senioren begeistern mit Sketchen

„Atemlos“ auf der Bühne: Die drei „zugewiesenen“ Rentner machen sich grölend in der Wohnung der Single-Dame (links) breit.

„Atemlos“ auf der Bühne: Die drei „zugewiesenen“ Rentner machen sich grölend in der Wohnung der Single-Dame (links) breit.

Sankt Augustin. Theatergruppe feiert 25-jähriges Bestehen im Haus Menden. Neben selbst geschriebenen Szenen, stehen auch Loriot-Klassiker auf dem Programm.

Mit der Frage „Brauchen wir noch Gummibären?“ empfing der Talkmaster am Sonntagabend seine Gäste im „Forum der Akademie“ auf der Bühne des Haus Mendens in Sankt Augustin. Zwischen einem Regionalpolitiker, dem Hersteller von Gummibären, einer Genderforscherin, einer Pädagogin und einer Wissenschaftlerin, die sich mit der Auswirkung von Gummibären auf die dritten Zähne beschäftigt hat, entbrannte eine heftige Diskussion rund um das bunte Weingummi: Nachdem Frau Doktor Knitterfalte dem Gummibärenverkäufer Diskriminierung der Frau vorgeworfen hatte, verlies sie wutentbrannt die Talkrunde. Dicht gefolgt von der Pädagogin Frau Maus, die auf die „Me too“-Kampagne aufmerksam machte. Mit diesem und zahlreichen weiteren teilweise selbst geschrieben Sketchen brachte das Sankt Augustiner Seniorentheater „Die Bühnengeister“ die Zuschauer im ausverkauften Haus Menden zum Lachen. Anlass der Aufführung unter dem Motto „Wir können länger...“ am Sonntagabend ist das 25-jährige Bühnenjubiläum der Theatergruppe.

1993 als Kurs der Volkshochschule gegründet, sind die Bühnengeister seit rund 25 Jahren auf den Bühnen der Region zuhause. Jeden Montagnachmittag proben die rund 15 Mitglieder der Truppe im Haus Menden. „Wir sind Senioren und wollen ausgebildeten Schauspielern keine Konkurrenz machen. Bei uns geht es um Spaß an der Sache, sich auch mal gehen lassen zu können und sich selbst zu fordern“, sagte Waltraud Busch. Die 73-Jährige ist direkt nach ihrer Rente vor rund zehn Jahren zu den Bühnengeistern gestoßen. So verkörperte sie unter anderem am Sonntagabend eine Rentnerin bei der „Rentnerzuweisung“.

Mit 83 Jahren Abschied von der Bühne

Einer erfolgreichen Single-Dame wurden von der Stadt drei Senioren „zugewiesen“, die sich prompt in ihrer Wohnung breitmachten. Lieder von Helene Fischer grölend und Rotwein trinkend machten es sich die drei betagten Damen und Herren auf dem Sofa der Single-Frau bequem. Das Publikum lachte und klatschte im Takt zum Hit „Atemlos“ der Schlagersängerin. Neben selbst geschriebenen Sketchen, standen auch einige Klassiker, wie „Zwei Herren im Bad“, auf dem Programm. „Wir spielen sehr viel Loriot“, so Waltraud Busch. Die Moderation übernahm Erfried Thier, der den Abend zudem musikalisch auf dem Akkordeon begleitete. Für den 83-Jährigen öffnete sich der Vorhang am Sonntag zum letzten Mal. Nach mehrjähriger Mitgliedschaft verlässt der Hobbyschauspieler die Bühnengeister.

Weitere Informationen über das Seniorentheater rund den aktuellen Spielplan gibt es auf www.buehnengeister.de.