Beschluss zur Klassenanzahl

Sankt Augustin vertagt Entscheidung für Grundschule in Buisdorf

Die Katholische Grundschule in Buisdorf soll nach dem Willen der Sankt Augustiner Stadtverwaltung auf nur noch 1,5 Züge ausgelegt werden.

Die Katholische Grundschule in Buisdorf soll nach dem Willen der Sankt Augustiner Stadtverwaltung auf nur noch 1,5 Züge ausgelegt werden.

Sankt Augustin. Politikern fehlen noch Informationen zu Alternativlösungen für die Katholische Grundschule Buisdorf, die zu wenige Räume hat. Möglich wären eine Nutzung der alten Feuerwehr oder Container.

Noch ist keine Entscheidung getroffen: Der Sankt Augustiner Schulausschuss hat den Beschluss über die Zügigkeit der Katholischen Grundschule (KGS) Buisdorf am Donnerstagabend in eine der kommenden Ratssitzungen verschoben – nach ausführlicher Debatte.

Wie berichtet, will die Verwaltung kurzfristig die Zügigkeit senken, sodass es ab dem Sommer statt zwei Klassen pro Jahrgang im Durchschnitt nur noch 1,5 Klassen geben soll. Entsprechend würden mal eine, mal zwei neue Eingangsklassen starten. Dabei soll eine Gesamtklassenzahl von sechs nicht überschritten werden.

Der Hintergrund: Für mehr Klassen steht an der Schule laut Stadt kein Raum zur Verfügung, da zwei der acht Zimmer von der Offenen Ganztagsschule (OGS) genutzt werden. Zudem liege die Schule meist nur knapp über der Schülerzahl für eine Einzügigkeit. Die Beschränkung hätte jedoch zur Folge, dass möglicherweise ab dem Schuljahr 2019/20 Kinder abgewiesen werden müssten – wenn die Schule nicht auf einen jahrgangsübergreifenden Unterricht umsteigt.

Teilschließung der OGS droht

Laut Sandra Clauß, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Schule, setzt die Stadt damit die Empfehlung des Schulentwicklungsplans um. Es gebe in Buisdorf eine leichte Steigerung bei den Schülerzahlen. Es sei aber unverhältnismäßig, für ein paar Schüler, die abgewiesen werden müssten, zwei zusätzliche Klassenräume zu schaffen, so Clauß. Wenn die Politik den Beschluss nicht fasse, müsse ein Teil der OGS geschlossen werden, kündigte sie an. „Wir verkennen nicht, dass sich dauerhaft wieder eine stabile Zweizügigkeit ergeben könnte.“ Die sei derzeit aber nicht zu sehen. Mittel- bis langfristig habe die Verwaltung für den Standort diese Zweizügigkeit im Blick. Sie soll für die Machbarkeitsstudie zum OGS-Ausbau eingeplant werden.

Bereits vor der Sitzung hatte die SPD-Fraktion die Reduzierung der Zügigkeit infrage gestellt. Das machte Gerhard Schmitz-Porten im Ausschuss erneut deutlich: „Wir wollen den Stadtteil doch entwickeln. Ist es da jetzt so sinnvoll, die Zügigkeit zu verändern?“ Er halte dies nicht für glücklich und könne sich zunächst ein Provisorium vorstellen, etwa das alte Feuerwehrhaus oder einen Container.

"Abweisung von Schülern wäre schlechtes Signal"

Unterstützung erhielten die Sozialdemokraten von den Grünen. Der Fraktionsvorsitzende Martin Metz drängte darauf, vor einer Entscheidung die Zahlengrundlagen zu überprüfen und mögliche Alternativen zu erarbeiten. „In Buisdorf tut sich einiges, es entsteht eine neue Kita, die OGS wird aufgestockt“, so Metz. Deshalb sei es wichtig, diese positiven Ansätze nicht durch ein unzureichendes Schulangebot zu schwächen. Kinder abzuweisen, wäre da ein schlechtes Signal, besonders da die nächsten Grundschulen weiter entfernt seien.

Das Thema Abweisungen nahm auch Ingrid Röhl auf. Die Rektorin der KGS Sankt Martin in Mülldorf sitzt als Vertreterin der Sankt Augustiner Grundschulen im Ausschuss. „Mit Ablehnungen bitte ich sehr sensibel umzugehen, das ist für die Kinder ein sehr belastender Prozess“, sagte Röhl und ergänzte: Die Leiterin der KGS Buisdorf, Monika Mirbach, habe nichts dagegen, dass die Schule weiterhin zweizügig bleibe, und habe schon lange angeregt, das alte Feuerwehrhaus zu nutzen. „Frau Mirbach bittet darum, die Abstimmung zu verschieben“, so Röhl.

Darauf ließ sich nach einiger Diskussion schließlich auch die Verwaltung ein, die zunächst lange auf eine schnelle Entscheidung gepocht hatte. Allerdings unter der Prämisse, dass ein Beschluss spätestens im Juli fallen soll, damit die Schule sich darauf vorbereiten kann. Bis dahin wird die Stadt den Politikern weitere Informationen vorlegen, unter anderem zum alten Feuerwehrhaus oder zu Containern.

Nicht zum Tragen kam ein Kompromissvorschlag der CDU, die 1,5-Zügigkeit als letzte Alternative zunächst nur für das Schuljahr 2019/20 zu beschließen, um Zeit zu gewinnen und danach zu sehen, wie die Zweizügigkeit erhalten werden kann.