Beratungen laufen

Sankt Augustin könnte Energieagentur Rhein-Sieg beitreten

Sankt Augustin. Die Stadtverwaltung in Sankt Augustin schlägt vor, der Energieagentur Rhein-Sieg beizutreten. Diese kreisweite, neutrale Beratungsstelle soll im April gegründet werden.

Niederkassel oder auch Troisdorf haben bereits zugestimmt. Nun steht auch in Sankt Augustin die Beteiligung an der Energieagentur Rhein-Sieg auf der politischen Tagesordnung. Am Mittwoch, 14. März, entscheidet der Rat über einen Beitritt zu dem Verein, der im April gegründet werden soll. Die Verwaltung bittet das Gremium in der Vorlage, den Beitritt zu beschließen. 8000 Euro würde die Mitgliedschaft die Stadt kosten; der Beitrag richtet sich nach der Einwohnerzahl.

Wie berichtet, hat der Ausschuss des Kreistags die Energieagentur Ende September 2017 nach Verzögerungen auf den Weg gebracht. Das Ziel: Sie soll eine neutrale Beratungsstelle für Bürger werden und die Kommunen in Sachen Klimaschutz unterstützen. Dabei werde die Energieagentur die Arbeit in Sankt Augustin nicht substituieren, sondern ergänzen, sagt der Erste Beigeordnete Rainer Gleß. Denn: Laut Gerhard Kasper, Leiter des Büros für Natur- und Umweltschutz, kann die Stadt die Energieberatung der Bürger zurzeit mit eigenen Kräften nicht in dem Umfang decken. Das Angebot der Energieagentur sehe etwa vor, sie auch vor Ort in ihren Häusern zu beraten – zu günstigeren Konditionen.

Die Stadt plant, die Beratungsleistungen der Energieagentur zunächst schwerpunktmäßig im Spichelsfeld und der Berliner Siedlung, den beiden Klimasiedlungen, einzubinden. Der Mitgliedsbeitrag sei über den bereits vorliegenden Förderbescheid des Programms „Energetische Stadtsanierung“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die kommenden drei Jahre gedeckt. Eventuell sei auch eine Verlängerung auf fünf Jahre möglich.

Interessant ist für die Stadt laut Verwaltung auch die Möglichkeit eines „Schnellchecks“ der städtischen Immobilien, um Einsparpotenziale einschätzen zu können. Erfahrungswerte zeigten, dass so Energieeinsparungen in Höhe von zehn bis 15 Prozent erreicht werden könnten, heißt es in der Vorlage.

Fazit von Agentur-Pilotprojekt ist positiv

Die gemeinsame Energieagentur hat der Kreis mit der Verbraucherzentrale in den vergangenen Jahren bereits mit einem Pilotprojekt in Bornheim, Lohmar und Ruppichteroth getestet. Das Fazit sei positiv ausgefallen. Deshalb habe der Kreis Überlegungen angestellt, wie sich das Modell auf weitere interessierte Kommunen übertragen lasse, schreibt die Verwaltung. Aktuell sind neun der 19 Kreiskommunen an einem Beitritt interessiert. Neben Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin sind das Bad Honnef, Hennef, Königswinter, Lohmar, Much und Ruppichteroth.

Die Städte und Gemeinden im Linksrheinischen wollen sich hingegen zunächst nicht beteiligen. Sie arbeiten beim Klimaschutz bereits zusammen und haben seit 2015 einen gemeinsamen Klimamanager. Kasper sieht aber kein großes Problem darin, dass zunächst nicht alle Städte und Gemeinden mitmachen. Für die Gründung kämen ausreichend Kommunen zusammen, sagt er.

Zudem müsse der Verein erst einmal aufgebaut werden. Er würde eine große Fülle von Anspruchskommunen vermutlich gar nicht bedienen können. Sieben Mitglieder sind für einen neuen Verein erforderlich. Laut Kreisverwaltung haben bereits sechs Kommunen inklusive dem Rhein-Sieg-Kreis zugestimmt. In Bad Honnef, Hennef und Sankt Augustin steht die Entscheidung noch aus.

Stimme der Augustiner Rat für den Beitritt, sei die Stadt, so Gleß, beim Thema Energie künftig auf drei Ebenen unterwegs: auf der städtischen, der regionalen und der Ebene der Energieversorger. Denn die Energieversorgungsgesellschaft Sankt Augustin (EVG) werde als Partner der Stadt auch eine Rolle spielen, sie habe ihre Kooperation zugesichert. Die Energieagentur sei ein guter Ansatz, so Gleß. „Wir müssen, wenn wir denn wirklich einen lokalen Beitrag zur Energiewende leisten wollen, unsere Kräfte erheblich bündeln.“

Der Rat der Stadt Sankt Augustin tagt am Mittwoch, 14. März,18 Uhr, im Ratssaal des Rathauses, Markt 1.