Sanierung der Marktplatte

Sankt Augustin gestaltet den Karl-Gatzweiler-Platz neu

Sankt Augustin. Der Markt vor dem Rathaus wird barrierefrei und erhält breite Sitztreppen und ein neues Pflaster. Die Stadt erhofft sich davon mehr Aufenthaltsqualität. Umbau könnte Mitte 2019 starten.

Breite Sitztreppen, neues Pflaster und vor allem barrierefrei – wie die Marktplatte in Zukunft aussehen soll, das hat die Politik bereits Ende des vergangenen Jahres entschieden. Am Dienstagabend hatten nun die Bürger Gelegenheit, sich die Pläne genauer anzuschauen und ihre Fragen loszuwerden. Rund 35 Augustiner folgten der Einladung der Stadt in den kleinen Ratssaal, darunter auch Kommunalpolitiker und Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa).

Bei der Umgestaltung des Karl-Gatzweiler-Platzes gehe es um einen „weiteren Meilenstein“ und um „das Herzstück“ der Stadt, sagte der Erste Beigeordnete Rainer Gleß. Er sei zum einen sanierungsbedürftig. Und zum anderen „mag es nicht mehr so recht passen, zu dem, was da passiert ist“, so Gleß mit Blick auf den neuen Huma. Zudem solle der Umbau die Möglichkeit schaffen, dort mehr öffentliches Leben zu haben als bisher.

Wie berichtet, soll die Marktplatte zwischen Mewasseret-Zion-Brücke und Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ein neues, einheitliches Pflaster erhalten. Die obere Platzebene am Huma soll in ihrer Größe etwa verdoppelt werden, um mehr Platz für Außengastronomie und Fußgänger sowie Radfahrer zu schaffen. Eine Treppe mit breiten Sitzstufen soll das bisherige Geländer ersetzen. „Sie kann eventuell auch als Tribüne genutzt werden“, erläuterte Tina Lorenz vom Fachbereich Tiefbau der Stadt. Das Wasserspiel wird etwas verkleinert und in die Treppe integriert. „Das behalten wir bei, es ist ein wesentlicher Bezugspunkt für die Kinder“, so Lorenz.

Der Spielplatz soll vor das Ärztehaus rücken, die Geräte zudem saniert werden. Über einen Aufzug sollen künftig die drei Ebenen des Platzes auch außerhalb der Öffnungszeiten der umliegenden Gebäude barrierefrei zugänglich sein. Kostenpunkt insgesamt: rund 2,5 Millionen Euro, von denen 70 Prozent über Fördergelder und das Integrierte Stadtentwicklungskonzept erstattet werden könnten. Den entsprechenden Antrag hat die Verwaltung im Januar gestellt. Denn aus eigner Kraft kann die Stadt den Umbau nicht finanzieren. „Die Signale, die wir dazu bekommen haben, sind positiv“, sagte Gleß. Hinzu kommen 500.000 Euro für die Sanierung der Tiefgarage, die damit auch heller werden soll.

Die Bürger hatten dazu noch einige Fragen, etwa zum Bauablauf oder einem Plan B, falls die Stadt keine Förderung erhält. Laut Lorenz sind mehrere Bauphasen geplant, beginnend bei der Mewasseret-Zion-Brücke und der KAS bis zur Marktplatte. Wie lang die Arbeiten dauern werden, ist noch offen. „Ich denke aber, dass wir bestimmt anderthalb Jahre brauchen werden“, so Lorenz. Bei einem positiven Förderbescheid ist frühestens Mitte 2019 mit dem Baubeginn zu rechnen. Sollte die Stadt „wider Erwarten“ auch nach mehreren Förderanträgen keinen Zuschuss erhalten, so müsse die Planung abgespeckt werden, sagte Gleß. „Der Platz wird auf jeden Fall aufgewertet.“ Thema war auch, ob Fahrradfahrer künftig über die Marktplatte radeln dürfen. Das sei weiterhin möglich, sagte Lorenz. Gleß ruderte hingegen etwas zurück: „Wie wir mit dem Radverkehr ordnungsrechtlich umgehen, wird man dann schauen. Wir werden eine gute Lösung kreieren.“ Weitere kostengünstige Spielgeräte wie einen Balancierbalken wünschte sich das KiJuPa.

Die Anwesenden hatten unterschiedliche Meinungen zu den Plänen. Martin Pielken hält sie für durchdacht. „Wenn sie es so machen, eventuell mit kleinen Änderungen, ist es eine wesentliche Verbesserung“, sagte er. Wenig begeistert vom Zentrum mit dem großen Huma ist hingegen Hanne Weber. „Er schottet sich nur ab“, sagte sie. Weber ist noch nicht überzeugt davon, ob es mit der neuen Marktplatte besser wird. Es herrsche tote Hose, wenn der Huma geschlossen sei, meinte Gudrun Nühring: „Die Planung ist schön, die Sitztreppe finde ich sehr gut. Aber es muss erst einmal Leben hinkommen.“