Jugend gestaltet in der Zukunftswerkstatt mit

Sankt Augustin geht neue Wege in der Jugendarbeit

Jugendliche im Café Leger in Menden.

Jugendliche im Café Leger in Menden.

Sankt Augustin. Die Stadt informiert über den Prozess zur Umstrukturierung der offenen Angebote. Der Vertrag mit dem Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen wurde gekündigt.

Die Stadt Sankt Augustin treibt die Neustrukturierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit voran. Am Dienstagabend informierte die Verwaltung den Unterausschuss „Kinder- und Jugendförderplan“ über den geplanten Prozess. Dazu waren auf Einladung der Stadt auch zahlreiche Vertreter der freien Träger, die bereits in Sankt Augustin tätig sind oder es zukünftig sein möchten, zur Sitzung gekommen.

Wie berichtet, hat die Stadt Ende Juni den Vertrag mit dem Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen in Sankt Augustin gekündigt; er läuft Ende 2019 aus. Der Verein ist einer von vier Trägern der öffentlich geförderten offenen Kinder- und Jugendarbeit in Sankt Augustin. Als Grund führte die Verwaltung unter anderem einen regelmäßigen Dissens zwischen den Vertragspartnern an. Für die Zeit nach 2019 soll stattdessen ein neues Konzept für die offene Kinder- und Jugendarbeit erstellt werden. Ziel dieser Umstrukturierung soll sein, trotz Haushaltssicherung die Trägervielfalt und die Trägergerechtigkeit sowie transparente Organisationsstrukturen zu erhalten. Dabei gehe es nicht nur um die Verteilung, sondern auch um Qualität und Standards, sagte der Beigeordnete Ali Dogan. „Wir haben aber nicht vor, in diesem Prozess eine Einsparung vorzunehmen.“

Das Projekt soll sich laut Stadt aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzen. So soll ein Qualitätszirkel einen Vorschlag für eine Neujustierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt entwickeln. Ihm werden Vertreter und Mitarbeiter der freien Träger der Jugendhilfe sowie der Verwaltung angehören. Die Stadt hat dafür eigens eine Stelle geschaffen, die für die Projektleitung zuständig ist. Darüber hinaus wird der Prozess wissenschaftlich begleitet. Das übernimmt ein Team um Professor Andreas Thimmel, Leiter des Forschungsschwerpunkts Nonformale Bildung an der Technischen Hochschule Köln.

Erste Ergebnisse Mitte März 2019

Wie diese Begleitung aussehen könnte, stellte das Team am Dienstag vor. Geplant sind etwa eine Zukunftswerkstatt, bei der zehn bis 15 Jugendliche aus dem Stadtgebiet zu ihrer Meinung und ihren Wünschen befragt werden sollen. Darunter sollen Mädchen und Jungen sein, die bereits die Jugendangebote nutzen, aber auch solche, die noch nicht daran teilnehmen. Fünf Workshops mit dem Qualitätszirkel sowie qualitative Experteninterviews mit Mitarbeitern des Jugendamts stehen ebenfalls an.

Die Zeit dafür ist knapp bemessen. Bis zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses Anfang Juli 2019 soll das Konzept vorliegen, damit dieser darüber entscheiden kann. Erste Zwischenergebnisse sollen der Politik bereits Mitte März präsentiert werden. „Der Zeitrahmen ist sehr ambitioniert, dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir es hinbekommen werden“, sagte Dogan. Falls nicht, sollen die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit über Interimslösungen gesichert werden.

Bei den Ausschussmitgliedern waren dazu noch ein paar Fragen offen – etwa zur Einbindung der Politik, die laut Stadt laufend informiert werden soll. Sie verwiesen aber auch auf den engen Zeitplan und darauf, bestehende Strukturen nicht einfach über den Haufen zu werfen. Die anwesenden freien Träger äußerten sich überwiegend positiv zum Projektablauf und dazu, dass sie von Beginn an eingebunden sind. Was am Ende praktisch rauskommt, war aber noch nicht allen klar. „Der Prozess sei ergebnisoffen“, sagte Thimmels. „Aber klar ist, dass wir nächstes Jahr bei der Verteilungsthematik ein gutes Stück weiter sind.“