Ortskartell sammelt Spenden für Sanierung

Sanierung vom Grabkreuz der Josephine Loewenich in Mülldorf

Setzen sich für den Erhalt des Grabkreuzes der Josephine Loewenich auf dem Mülldorfer Friedhof ein: Ortsvorsteher Heinz-Peter Schumacher und Claudia Feld-Wielpütz vom Ortskartell.

Setzen sich für den Erhalt des Grabkreuzes der Josephine Loewenich auf dem Mülldorfer Friedhof ein: Ortsvorsteher Heinz-Peter Schumacher und Claudia Feld-Wielpütz vom Ortskartell.

Sankt Augustin. Das Mülldorfer Ortskartell sammelt Spenden, um das Grabkreuz der Josephine Loewenich zu sanieren. Für den Ortsteil Mülldorf ist es etwas Besonderes und versteckt sich im hinteren Teil des Friedhofs.

„Wir sind hier in Mülldorf relativ dünn gesät mit sichtbarer Vergangenheit“, sagt Ortsvorsteher Heinz-Peter Schumacher. „Wir haben keine Wahrzeichen, deswegen ist das Grabkreuz eines der wenigen Kulturdenkmäler, die wir haben.“ Was es erhaltenswert macht: Der Gedenkstein verweist auf die erste Beisetzung auf dem Friedhof im Juli 1922. Und ist in dieser Form dort kein zweites Mal zu finden.

Doch die Kreuzstele bröckelt. Der weiche Sandstein ist an vielen Stellen von Rissen übersät, schon bei leichter Berührung brechen dünne Schichten ab. Schumacher demonstriert das gleich vor Ort. Er streicht über den Sockel und hat sofort kleine Sandsteinbrösel an den Fingern. Deshalb wollen das Ortskartell und der Ortsvorsteher das Grabkreuz sanieren lassen.

Über Spenden soll das nötige Geld zusammenkommen. „Wenn wir jetzt noch warten würden, würde es den nächsten Winter nicht überstehen“, erläutert Claudia Feld-Wielpütz die Initiative, die der CDU-Ortsverband im März gestartet hat. Zuvor hatten die Politiker versucht, das Kreuz in die Denkmalliste der Stadt aufnehmen zu lassen. „Die Initiative ist von allen Fraktionen unterstützt worden“, sagt Feld-Wielpütz. Doch die Fachleute beim Landschaftsverband Rheinland stuften es nicht als Denkmal ein.

Stele zur Information ist geplant

Also wurden die Mülldorfer selbst aktiv, um das Kreuz langfristig zu erhalten. Das Problem ist der Stein. „Sandstein ist sehr witterungsabhängig. Irgendwann bilden sich Schalen, die abbröseln“, sagt Schumacher.

Laut dem Architekten und Bauhistoriker Michael Werling, der sich für die neueste Ausgabe der Beiträge zur Sankt Augustiner Stadtgeschichte mit dem Kreuz beschäftigt hat, wird etwa über das Regenwasser eine Reihe von Schadstoffen in den Naturstein eingebracht. Und auch Frost greife das Material an, schreibt Werling. Im Winter wird das Kreuz, das früher vermutlich ein Metallkreuz zierte, vom Bauhof deshalb auch schon mal eingepackt.

2000 Euro koste die Sanierung, schätzt Schumacher. Doch den Initiatoren schwebt noch mehr vor. „Wir wollen eine Stele zur Geschichte des Kreuzes machen“, sagt Feld-Wielpütz. „Und wir brauchen eine Wintereinhausung als Schutz.“ Insgesamt rechnet sie mit 2500 bis 3000 Euro. Um das Geld zusammenzubekommen, hat das Ortskartell bereits bei Vereinen vorgesprochen. Und beim Pfarrfest wollen sie eine Spendenbox aufstellen.

Ziel sei auch, Jung und Alt für das Thema zu sensibilisieren, sagt Feld-Wielpütz. „Dass die Leute sich damit beschäftigen.“ Das funktioniert an diesem Tag gut: Schon vor dem Treffen auf dem Friedhof wird Feld-Wielpütz von einem Ehepaar angesprochen, das kurzerhand 20 Euro spendet.

Fertigstellung idealerweise zum Volkstrauertag

Sobald die Spenden ausreichen, soll es losgehen. Dann übernimmt ein Restaurator, die Stadt hat ihre fachliche Unterstützung bei der Ausschreibung zugesagt. Zwar habe sie die Eigentumsverhältnisse bislang nicht klären können, es spreche aber viel dafür, dass es der Stadt gehöre, sagt Sprecherin Eva Stocksiefen. „Wenn es unser Eigentum wäre und wir es selbst machen würden, dann müssten wir die Kosten woanders kompensieren. Deshalb freuen wir uns wirklich, dass das Ortskartell die Initiative ergriffen hat.“

Die soll noch in diesem Jahr die Sanierung bringen. Schumacher: „Es muss unbedingt vor dem Winter passieren. Vielleicht schaffen wir es bis zum Volkstrauertag. Das wäre ideal.“

Weitere Informationen zum Stadtteil Mülldorf und zum Spendenkonto für das Grabkreuz gibt es im Internet unter www.sankt-augustin.de/cms123/unsere_stadt/stadtportrait/muelldorf.