Flugplatz in Hangelar

SPD will Mittel für Ausbau streichen lassen - CDU spricht von "Schauermärchen"

Landebahn am Flugplatz Hangelar: Der Ausbau ist unwahrscheinlich, sorgt aber dennoch für Streit.

SANKT AUGUSTIN. Zu einem Parteienstreit hat sich die neuerliche Diskussion um eine mögliche Verlängerung der Start- und Landebahn am Flugplatz Hangelar ausgeweitet. Die Sankt Augustiner SPD-Fraktion fordert in einem Antrag an den Stadtrat, den 2005 gefassten Beschluss zur Verlängerung der Start- und Landebahn am Flugplatz Hangelar zu kippen. Das führt zu Kritik. Die CDU sieht keinen Handlungsbedarf und wirft der SPD fehlende Sachlichkeit vor.

In dem Beschluss von 2005 waren einige Bedingungen an die Verlängerung geknüpft worden: unter anderem keine Ausweitungen der Betriebszeiten, keine Erhöhung der zugelassenen höchsten Gewichtsklasse (5,7 Tonnen) sowie kein Ausbau ohne Landesförderung.

"Das Land NRW gewährt keine Subventionen mehr für Flughäfen und Verkehrslandeplätze", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Schell. Das sei in der Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen im Land 2010 beschlossen und nach der Landtagswahl 2012 bestätigt worden. "Insofern dürfte auch der SPD klar sein, dass ein Ausbau der Landebahn in Sankt Augustin aktuell nicht infrage kommt", so Schell.

Bezogen auf den Ratsbeschluss dürfe somit kein Sankt Augustiner Gremienvertreter für eine Landebahnverlängerung stimmen, da es keine Landesförderung gebe. "Bei einigen Bürgern ist so sicher der Eindruck entstanden, als würde man kurz vor der Umsetzung des Beschlusses stehen. Das Gegenteil ist der Fall", so Schell. Die SPD verbreite "Schauermärchen", kritisiert er seinen Amtskollegen Marc Knülle von der SPD.

Laut deren Antrag soll die Verwaltung beauftragt werden, die in der mittel- und langfristigen Finanzplanung vorgesehenen Haushaltsmittel für den Ausbau zu stornieren. "Im aktuellen Haushalt sind weder kurz, -mittel- noch langfristig irgendwelche Mittel für den Ausbau der Landebahn vorgesehen", merkt Schell an.

Gleichwohl hält Knülle an seinem Antrag fest: "Gerade weil der Beschluss nicht mehr aktuell ist, ist es umso wichtiger, ihn zurückzunehmen. Es wird Zeit, die Beschlusslage an die Realität anzupassen." Das gelte für alle Bestandteile des Beschlusses, auch für die Finanzierung. "Was macht Herr Schell eigentlich, wenn das Land irgendwann die Meinung ändert und doch Geld zur Verfügung stellt?", fragt Knülle. Die Kritik der CDU sei an den Haaren herbeigezogen.

Kritik und Protest gegen die geplante Verlängerung der Start- und Landebahn am Flugplatz Hangelar waren vielstimmig in den Jahren 2004 und 2005. Lärmgegner befürchteten, dass dann auch Düsenflugzeuge Hangelar anfliegen könnten. Mehr Möglichkeiten, mehr Lärm, auch wenn an der Betriebsgenehmigung nicht gerüttelt werden sollte.

Demnach dürfen in Hangelar nur Flugzeuge bis maximal 5,7 Tonnen starten und landen. Drei Millionen Euro sollte der Ausbau kosten, wobei das Land gut zwei Drittel finanzieren wollte. Um die Finanzierung des verbleibenden Drittels stritten sich der Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Bonn als Gesellschafter der Flugplatzgesellschaft.

Bonn wollte keine Verlängerung, die anderen Gesellschafter - der Kreis, die Stadt Sankt Augustin und die Fliegergemeinschaft - sehr wohl. Danach wurde es still um das Projekt, die Pläne verschwanden in der Schublade. Bis die SPD es nun wieder in Erinnerung brachte.

Info: Über den SPD-Antrag diskutiert der Rat in seiner Sitzung am Mittwoch, 17. April, 18 Uhr, Rathaus.