Sankt Augustiner Zentrum

Radfahrer auf der B56 sollen Schutzstreifen erhalten

Radfahrer sollen künftig an der B 56 in Mülldorf und Ort auf Schutzstreifen und nicht mehr auf extra Radwegen fahren.

Radfahrer sollen künftig an der B 56 in Mülldorf und Ort auf Schutzstreifen und nicht mehr auf extra Radwegen fahren.

Sankt Augustin. Sie sollen zwischen 1,5 und 1,75 Metern breit sein und dürfen von anderen Verkehrsteilnehmern bei Bedarf überfahren werden. Stadt kann Planung für Umbau in Sankt Augustin-Mülldorf und Ort ausschreiben.

Die Pläne gibt es bereits seit Langem: Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW will die Stadt Sankt Augustin die B 56 in Mülldorf und Ort umgestalten. Hintergrund sind vor allem die schlechten Bedingungen für Radfahrer – und das auf einer der Hauptrouten des Radverkehrs zwischen Siegburg und Bonn. Am Dienstag hat der Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss nach längerer Diskussion nun beschlossen, die Planungsleistungen für den Umbau der Hauptverkehrsachse auszuschreiben. Mit einer Vorgabe: Für die Radfahrer soll es künftig einen Schutzstreifen auf der Fahrbahn geben. Alle weiteren Details sollen im Verlauf der weiteren Planung geklärt werden. Für diese ist die Stadt zuständig, der Landesbetrieb übernimmt die Kosten.

Eine erste Voruntersuchung zur Umgestaltung der B 56 hat es bereits 2007 gegeben. Sie wurde laut Stadt jedoch zunächst zurückgestellt wegen der großen Baustellen im Stadtgebiet. Grundlage der Ausschreibung ist nun eine Machbarkeitsstudie, die das Büro BSV für Stadt und Verkehrsplanung aus Aachen in den vergangenen Jahren erarbeitet hat. Darin haben die Planer eine Straßenraumgestaltung für die Strecke zwischen den Knotenpunkten Hammstraße/Husarenstraße im Süden und Mendener Straße/Meerstraße im Norden entwickelt. Ziel war, die Sicherheit für Radfahrer zu verbessern, die Gehwege zu verbreitern sowie die Begrünung und die Anzahl an Parkplätzen beizubehalten.

Das Planungsbüro kommt zu dem Schluss, dass beidseitige Schutzstreifen für Radfahrer die beste Lösung sind. Sie sollen zwischen 1,5 und 1,75 Metern breit sein und dürfen von anderen Verkehrsteilnehmern bei Bedarf überfahren werden. An Kreuzungen sollen Flächen für das indirekte Linksabbiegen markiert werden. Damit ließe sich die Sicherheit der Radfahrer erhöhen, teilt die Stadt in der Beschlussvorlage mit. Denn die Radler seien so ständig im Blickfeld der Autofahrer, wodurch die aktuell vorkommenden Unfallsituationen vermieden werden könnten.

Zudem könnten so die Gehwege deutlich breiter werden, ohne den Verkehrsfluss zu beeinträchtigen. Werktags rollen täglich zwischen 14.600 und 20.900 Autos über die B 56. Eine Verbesserung ergebe sich nach diesem Planungsstand auch bei den Parkplätzen: Statt 75 könnten entlang der Straße künftig rund 90 zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollen Bäume einzelnen Abschnitten einen Alleecharakter verleihen. Das Planungsbüro rechnet nach einer ersten groben Kostenermittlung mit rund 5,2 Millionen Euro für den Umbau.

Heftige Diskussion um das Thema Bürgerinformation

Heftig diskutierte der Ausschuss vor allem über das Thema Bürgerinformation. Dazu hatten sowohl CDU als auch SPD, Grüne und FDP einen Antrag eingebracht. Während die Christdemokraten eine frühzeitige Bürgerinfo noch vor oder während der Ausschreibung der Planungsleistungen forderten, wollten SPD, Grüne und FDP zunächst die Planung auf den Weg bringen und die Bürger dann informieren. „Ich kann nur appellieren, die Bürger frühzeitig zu informieren“, sagte Claudia Feld-Wielpütz (CDU).

Der richtige Zeitpunkt dafür sei jetzt. „Wenn ich ausschreibe, habe ich bereits Fakten in der Planung geschaffen.“ Dann könnten die Bürger nichts mehr ändern, so Feld-Wielpütz. Es gebe aber noch einige Problemstellen, etwa an der Kreuzung zur Mendener Straße. Das sehen SPD, Grüne und FDP anders: Mit der Ausschreibung sei nicht alles in Stein gemeißelt, so Martin Metz (Grüne). „Man sollte jetzt für diese bedeutende Achse sagen, in welche Richtung es geht.“ Dann könne der Planer planen und es könne mit den Bürgern im Einzelnen diskutiert werden, ergänzte Metz. Nochmals in eine offene Diskussion zu gehen, wäre eine Trugschlussdiskussion, sagte auch Björn Quast (SPD). Der Schutzstreifen sei die einzige Alternative.

Gegen die Stimmen der CDU beschloss der Ausschuss schließlich den Antrag von SPD, Grünen und FDP. Doch nicht ohne weitere Debatte. Denn der Vorsitzende Marc Knülle (SPD) ließ zunächst über diesen Antrag abstimmen – und nicht über den der CDU, der aus Sicht der Christdemokraten aber der Weitreichendere war. Die CDU will nun prüfen, inwieweit sie deshalb Beschwerde bei Bürgermeister Klaus Schumacher einlegt.

Angenommen wurde auch ein Antrag der Grünen, den Sicherheitstrennstreifen zwischen Parkbuchten und Schutzstreifen durch Markierungen kenntlich zu machen und nicht auf breitere Parkbuchten zu setzen.