Flugplatz Hangelar

Planungsbüro soll erst später Entwürfe erarbeiten

Ziel des Werkstattverfahrens ist es, die Interessen von Flugplatz, ansässigen Betrieben und Nachbarschaft in Einklang zu bringen.

SANKT AUGUSTIN. Nach dem oft gelobten Werkstattverfahren zur Rahmenplanung am Flugplatz Hangelar sind die Ergebnisse am Mittwoch im Rahmenplanungsbeirat nun auch offiziell auf den Tisch gekommen. Bis auf einen Gast der öffentlichen Sitzung hatten bereits alle Akteure und das Publikum der Sitzung das Werkstattverfahren begleitet.

In absehbarer Zeit sollte aus den Ergebnissen der Rahmenplan erarbeitet werden, riet der Technische Beigeordnete Rainer Gleß und schlug vor, die Werkstattergebnisse einem externen Planungsbüro zum Entwurf von Planungsvarianten zu übergeben.

 Die Zustimmung dafür erhielt Gleß unisono. Doch das "Wie" wuchs im Beirat zur Gretchenfrage, die rund anderthalb der knapp zwei Sitzungsstunden in Anspruch nahm und den Konsens in anderen Punkten - wie der Ankündigung, die Zufahrts-Frage zum Flugplatz in einem werkstattähnlichen Workshop durchzuführen - überrollte.

Ähnlich der Frage "Was war zuerst da: das Huhn oder das Ei?" stritt der Beirat, ob man die Werkstattergebnisse offen an das Planungsbüro gebe und anschließend über die möglichen Varianten diskutieren solle, oder ob man zuvor einen Rahmen an Aussagen abstecke, in dem das Planungsbüro Entwürfe gestalten sollte.

 Martin Metz (Grüne) forderte, man dürfe die Verantwortung zur Entscheidung wichtiger Fragen, wie die einer möglichen Hotel- und Gastronomieansiedlung, also die politische "Richterrolle", nicht an ein Planungsbüro abwälzen. Rückenwind erhielt Metz von Carmen Schmidt (Aufbruch) und Marc Knülle (SPD) sowie aus dem Publikum, das die "politische Farblosigkeit" der Beiratsmitglieder bemängelte.

 "Es geht nicht darum, Entscheidungen abzuwälzen. So arbeiten wir nicht", betonte Rainer Gleß und warb um Verständnis: "Es geht darum, eine vernünftige Entscheidungsgrundlage vorzubereiten, um dann vernünftige Entscheidungen fällen zu können." Schließlich verständigte sich der Beirat darauf, in einer weiteren Sitzung in der zweiten Novemberhälfte doch zunächst ein "Leistungsprofil" zu formulieren, um anschließend das Planungsbüro zielgerichteter in die Planung schicken zu können.

Die Flugplatzzufahrt

Kommt die Sanierung der wohl marodesten Schlaglochpiste im Stadtgebiet, der Verlängerung der Richthofen-Straße als Flugplatzzufahrt in Hangelar, noch dieses Jahr? Darauf wollte sich der Technische Beigeordnete Rainer Gleß nach den leidvollen Erfahrungen mit dem Eigentümer der Straße nicht festlegen: Er kenne keine andere Behörde, die so langsam arbeite wie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BImA.

"Wir haben seit Monaten die konkrete Zusage der BImA, da ranzugehen, die konkrete Zusage, dass ein Planungsbüro beauftragt wird und auch die konkrete Zusage, dass wir als Stadt den Auftrag erteilen können." Auch die Kostenübernahme sei zugesagt, doch alles bislang nur auf operativer Ebene und nicht von oberster Stelle, betonte Gleß: "Die finale Zusage, die fehlt nach wie vor." Immerhin habe die Stadt das positive Signal - wiederum nicht verbindlich - erhalten, dass die Arbeiten diesen Herbst beginnen könnten.