Hangelarer Heide

Naturschutz mit Hochlandrindern

SANKT AUGUSTIN. Fünf schottische Hochlandrinder sorgen das ganze Jahr über dafür, dass die Lebensbedingungen der besonderen Flora und Fauna in der Hangelarer Heide erhalten bleiben. Allein allerdings schaffen sie das nicht.

Dabei helfen ihnen Mitarbeiter des Sankt Augustiner Büros für Natur- und Umweltschutz. Auch drei junge Leute des Bundesfreiwilligendienstes, die derzeit bei der Stadt tätig sind, unterstützen die pflegenden Eingriffen. Flocke, Charly, Alex, Max und Cleopatra - wenn Egon Herrmann diese Namen ruft, kommen die fünf schottischen Hochlandrinder zur Begrüßung an den Zaun gelaufen.

Seit vier Jahren hält er als Hobby diese gutmütige, robuste und langlebige Rasse. Vor zwei Jahren kamen er und Birgit Dannefelser vom Büro für Natur- und Umweltschutz auf die Idee, Herrmanns Tiere für den Naturschutz in der Hangelarer Heide nördlich des Flugplatzes einzusetzen.

"Die Rinder schaffen seitdem durch den Vertritt ihrer Hufe an den Böschungen offene Stellen, die wertvoll für die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten der Hangelarer Heide sind. Außerdem fressen sie die jungen Austriebe ab und halten so die gesamte Vegetation niedrig", berichtet Dannefelser.

Die Eseldistel mit ihren beeindruckenden dunkelrosa Blüten, Königs- und Nachtkerze, Heidenelke und als Besonderheit die Gelbdolde finden daher dort geeignete Bedingungen. Auch Kreuzkröte, verschiedene Molcharten, die Zauneidechse und das Weinhähnchen, eine wärmeliebende Heuschreckenart, finden an der Böschung und in den Kiesflächen die notwendigen offenen Bereiche.

Die Abiturienten Johannes Hoffmann (18) und Severin Scharf (19) sowie der Grafiker und Musiker Horst Stöcker (52) unterstützen derzeit ihre vierbeinigen Freunden bei den zusätzlichen Pflegearbeiten. Dazu gehört etwa der Freischnitt von Brombeeren an der Böschung, das Freihalten der Kiesfläche für Eidechsen und Heuschrecken sowie die Samenernte der verschiedenen Arten.

Das Trio hilft bei der Instandhaltung des Zaunes und dem Abstecken der zu pflügenden Flächen. Nicht nur im Biotop Hangelarer Heide sind sie tätig. Insgesamt etwa 40 Biotopflächen betreuen sie im Augustiner Stadtgebiet. Seit knapp zwei Jahren haben ehrenamtlich Tätige des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) die Möglichkeit, sich aktiv für den Umwelt-, Natur- und Artenschutz in Sankt Augustin einzusetzen. Für Hoffmann, Scharf sowie Stöcker endet die Zeit bald.

Alle drei Stellen seien zum nächstmöglichen Zeitpunkt wieder zu besetzen, so die Stadtverwaltung. Völlig uneigennützig ist die Tätigkeit nicht. Der Dienst eignet sich beispielsweise zur Vorbereitung auf ein naturwissenschaftliches Studium (Biologie, Geologie, Landschaftsplanung oder Landschaftspflege). Geboten werden neben gezielten fachlichen Qualifizierungen und Fortbildungen ein monatliches Taschengeld sowie Sozialleistungen durch den Arbeitgeber. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden.

Zu tun gibt es mehr als genug für die freiwilligen Naturschützer. Das gesamte Tätigkeitsfeld reicht von Pflege- und Artenschutzmaßnahmen in städtischen Biotopen über Kontrolldienste beim Landschaftsschutz bis hin zur Mithilfe in der Öffentlichkeitsarbeit und bei Aktionen des Umweltbüros.

Ein paar Voraussetzungen sind allerdings nötig: Handwerkliches Geschick, Flexibilität und Kreativität sollten die Freiwilligen haben. Die Bewerber sollten mindestens 18 Jahre alt sein, selbstständiges Arbeiten gewohnt sein, Interesse an Naturschutz und Ökologie mitbringen und wenn möglich im Besitz eines Führerscheins sein.

Infos...

...gibt es unter www.sankt-augustin.de unter dem Stichwort "Bundesfreiwilligendienst".