Kleinspielfeld für Sankt Augustin-Hangelar

Nach Protesten: Stadt will Sportkonzept aktualisieren

Protest vor dem Rathaus: Sportler aus Meindorf demonstrieren für einen neuen Sportplatz.

Protest vor dem Rathaus: Sportler aus Meindorf demonstrieren für einen neuen Sportplatz.

03.03.2016 Sankt Augustin. Die Fragen waren eindeutig: „Warum stehen wir hinten an?“ Oder: „Wer hilft uns?“ Diese Fragen hatten rund 50 Fußballer des FC Adler Meindorf am Dienstagabend mit zum Rathaus gebracht.

Dort demonstrierten sie vor der Sitzung des Kultur-, Sport- und Freizeitausschusses, der sich mit dem möglichen neuen Kleinspielfeld für den VfR Hangelar beschäftigte. Unter anderem dieser Platz war der Auslöser für Unmut bei den Meindorfer Fußballern, die sich vergessen fühlen.

Ihr Naturrasen sei nur sechs bis sieben Monate im Jahr bespielbar, deshalb müssten sie häufig ausweichen – und zwar über die Stadtgrenzen hinaus. In einem Brief, der sich an die Ausschussmitglieder wandte, schreibt der Vorsitzende Frank Hofenbitzer: „Umso enttäuschender ist es für uns als FC Adler Meindorf, den Eindruck zu gewinnen, trotz unseres großen Engagements kaum Unterstützung seitens der Stadt zu bekommen.“

Deshalb hatte Hofenbitzer am Dienstag im GA ein neues Sportentwicklungskonzept gefordert. Das alte ist aus dem Jahr 2002. Sozialdezernent Marcus Lübken kündigte an, bis zur Sitzung am 5. Juli einen Verfahrensvorschlag zu machen, wie ein neues Konzept gestaltet werden soll. Laut Stadtsprecherin Eva Stocksiefen spielt auch die Bäderfrage eine Rolle.

Letztlich beschloss der Ausschuss am Dienstag mit einer Gegenstimme, dass das 100 000 Euro teure Kleinspielfeld des VfR umgesetzt werden soll – das positive Votum des Rates in der nächsten Woche sowie die Fördermittel vom Land in Höhe von 80 Prozent vorausgesetzt.

Wie berichtet, stellt NRW 72 Millionen Euro für städtebauliche Maßnahmen bereit, die bei der Integration von Flüchtlingen helfen. Der VfR bewirbt sich um die Gelder, weil er zu wenig Platzkapazitäten hat, er will wie die Stadt zehn Prozent der Kosten tragen. „Die erste Hürde ist genommen, nun folgt die schwierigere“, sagte VfR-Vorsitzender Werner Simon. Die Jury entscheidet im März über die Anträge. „Wenn wir die Förderung bekommen, wäre das wie Weihnachten, Silvester und Neujahr zusammen“, sagte Simon. (Matthias Hendorf)